Der Galaterbrief Der missverstandene Paulus

Mit dem Galaterbrief werden wir uns intensiv befassen. Ich glaube, kaum ein anderer Brief wurde so gründlich missverstanden.

Wir haben in den vorangegangenen Artikeln schon ein paar Grundlagen gelegt, die uns hier helfen werden.

Die Galater – eine interessante Geschichte, waren Kelten. Kelten, die kämpferisch und kriegerisch bis nach Delphi gezogen waren, um es einzunehmen. Sie wurden in die politischen Geschicke verwickelt und siedelten mehr oder weniger friedlich seit Jahrhunderten dort. Sie nannten sich selbst Galtai. Deshalb wurde das Gebiet Galatien genannt.

Selbst 400 nach Christus ist noch belegt, dass sie in diesem Gebiet keltisch sprachen.

Paulus besuchte dieses Gebiet auf seiner ersten Missionsreise. Antiochia in Pisidien, Ikonion, Lystra, Derbe waren Städte in diesem Gebiet.

Er besuchte dort die Synagogen, wie in jeder Stadt. Es gab dort Juden und Gottesfürchtige, also Heiden, die sich dem Gott der Juden angeschlossen hatten. Die kamen zum Glauben und es entstanden Gemeinden.

Paulus hat diesen Brief entweder noch in Ephesus verfasst oder auf der Reise nach Korinth.

Es war eine schwierige Zeit für ihn. In Korinth gab es jede Menge Ärger und Probleme. Er wartete auf Titus und suchte ihn.

Diese Umstände spürt man dem Brief ab. Er ist verfasst ohne viele freundliche Floskeln. In Eile geschrieben, um wichtige Punkte zu klären.

Vielleicht ist das ein Punkt, warum er so missverstanden wird. Paulus schrieb diesen Brief in Eile, er wurde schon früher oft missverstanden und hatte Schwierigkeiten sich verständlich auszudrücken – das haben wir anhand einiger Bibelverse bei den Korintherbriefen schon geklärt- und nun kommen wir: 2000 Jahre später aus einer ganz anderen Kultur und Zeit und wollen ihn verstehen?

Kapitel 1

Die Einleitung ist knapp. Begrüßung und Lob Gottes in fünf Versen und dann geht es auch schon los:

„Mich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasst von dem, der euch berufen hat in die Gnade des Messias, zu einem anderen Evangelium, obwohl es doch kein anderes gibt; nur dass einige da sind, die euch verwirren und wollen das Evangelium des Messias pervertieren.“ Galaterbrief 1, 6-7

Von wem lassen sie sich abwenden? Wer hat sie berufen?

„Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jeshua HaMashiach, unseres Herrn. “ 1. Korinther 1, 9

Wir halten also fest:

Gott, der Vater, hat sie berufen in das Evangelium des Messias. Von dem, lassen sie sich abwenden durch ein paar Leute, die das Evangelium pervertieren und Ärger machen.

„Aber auch wenn wir, oder ein Engel vom Himmel euch ein anders Evangelium predigen würden, daß anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht.

Wie wir eben gesagt haben, so sage ich abermals: Wenn jemand euch ein Evangelium predigt, anders als ihr es empfangen habt, der sei verflucht.“ Galaterbrief 1, 8-9

Der sei verflucht! Wie kann dieser liebevolle Apostel so etwas schreiben? Und das zweimal?

Das kann ich euch ganz genau sagen! Weil er sich im Einklang mit der Schrift befindet!

Gott sagt durch Mose in der Torah ganz klar:

„Wenn ein Prophet oder Träumer unter euch aufsteht und dir ein Zeichen oder Wunder ankündigt und das Zeichen oder Wunder trifft ein, von dem er dir gesagt hat, und er spricht: Laß uns anderen Göttern folgen, die ihr nicht kennt, und ihnen dienen, so sollst du nicht gehorchen den Worten eines solchen Propheten oder Träumers; denn JHWH, euer Gott, versucht euch, um zu erfahren, ob ihr ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele liebhabt. Dem JHWH, eurem Gott, sollt ihr folgen und ihn fürchten und seine Gebote halten und seiner Stimme gehorchen und ihm dienen und ihm anhangen.“ 5. Mose 13

Das Kapitel geht so weiter und beschreibt, auch wenn dein Bruder oder dein Sohn oder deine Frau in deinen Armen oder ein Freund…. irgendeiner – dir etwas anderes erzählt, als Gottes Wort sagt, der sollte getötet werden. So wie Paulus sagt, er sei verflucht!

Das war der Grund, warum Paulus Gefallen am Tod Stephanus hatte und es richtig fand. Er wollte Gott damit dienen.

Er dachte, dass es gegen die Torah ist. Bis Jeshua ihm begegnete und er drei Jahre forschte und studierte, wie alles zusammenpasst und was Gottes Plan ist. Das was er da herausbekam, das lehrt er jetzt.

Aber alles, was er lehrt, darf niemals gegen die Torah sein! Sonst wäre er selbst dieser Strafe schuldig und hätte sich selbst verflucht!

Er redet das, was Gott sagt und nicht, was Menschen hören wollen:

„Predige ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen gefällig zu sein? Wenn ich noch Menschen gefällig wäre, so wäre ich nicht der Knecht des Messias.“ Galaterbrief 1,10

„Denn ich tue kund, liebe Brüder, daß das Evangelium, das von mir gepredigt wird, nicht von menschlicher Art ist.“ Galater 1,11

Es ist keine menschliche Doktrin, keine Lehre, die er sich ausgedacht hat. Es ist das wahre Wort Gottes und die Offenbarung Jeshuas.

Er war ein ausgebildeter Pharisäer, sehr orthodox, man vermutet, dass er schon Mitglied des Sanhedrins war, als Stephanus gesteinigt wurde. Zumindest war er bereits damals sehr angesehen und gelehrt, so dass er seine Altersgenossen weit übertraf.

Gott hat ihn von Mutterleib an berufen und ihn ausgesondert um den Heiden das Evangelium zu verkünden. Denkt da überhaupt einer drüber nach, der behauptet, dass das Gesetz nicht mehr gilt?

Gott nimmt den gebildetsten und gelehrtesten Mann seiner Zeit im Gesetz – wohlgemerkt – um was genau verkünden zu lassen?? Das Gesetz ist abgeschafft?? Das ergibt doch gar keinen Sinn! Paulus war nicht nur ein Gelehrter der Torah, sondern er:

„eiferte über die Maßen für die Satzungen der Väter.“ Galater 1,14b

Das bedeutet, er kannte sich bestens aus in der mündlichen Torah. Im Judentum gibt es den Glauben, dass Gott am Sinai die Tafeln der Gesetze gab. Die bekamen alle zu hören, das ganze Volk.

Dann gab Gott Mose noch Anweisungen, die er aufschreiben sollte und es soll dann auch noch mündliche Anweisungen gegeben haben, die weitergegeben wurden. Die wurden erklärt und mit vielen verschiedenen Sichtweisen beleuchtet und diese kannte Paulus alle!

Ihm waren zig Sichtweisen bekannt, bestimmte Torahstellen auszulegen und anzuwenden. Ein unglaubliches Wissen !

Gott gebraucht diesen Mann – mit diesen Fähigkeiten, um zu erklären, WIE das Gesetz angewendet werden sollte!

Das ist der Punkt!

Nachdem er alles erarbeitet und erforscht hatte, zog er er nach Jerusalem und traf Petrus und Jakobus. Die anderen messianischen jüdischen Gemeinden, die an Jeshua glaubten, kannten nicht einmal sein Gesicht! Sie sahen ihn nämlich nicht, sondern hörten nur von ihm. Was Paulus damit sagt ist, dass er alles mit Gott und der Schrift abgemacht hat und es kein Gremium gab um ein Evangelium zurecht zu basteln.

Kapitel 2

Erst vierzehn Jahre später zog er dann wieder nach Jerusalem mit Barnabas und Titus. Und er besprach demütig in einer Haltung, die Korrektur annimmt das Evangelium, was er predigt.

Mich erstaunt und berührt diese Demut sehr!

er besprach sich:

„…mit denen, die das Ansehen hatten, damit ich nicht etwa vergeblich liefe oder gelaufen wäre.“ Galater 2, 2b

Er klärt ab, ob er richtig liegt und richtig gelehrt hat.

Schauen wir uns die Verse 3-10 an:

Titus, ein Grieche wurde nicht gezwungen, sich beschneiden zu lassen.

Er wurde nicht gezwungen. „Anagkazõ – bedeutet, jemanden mit Gewalt zu zwingen, oder zu überreden. Das wurde mit Titus nicht gemacht!

Wir haben bereits im Artikel: „Das Evangelium“ gesehen, dass beschlossen wurde, dass die Erwachsenen, die zum Glauben kamen, sich nicht beschneiden lassen mussten. Dennoch durften sie das tun. Darum geht es hier nicht unbedingt.

Im messianischen Königreich, wenn Jeshua wieder hier ist und regiert, wird kein Unbeschnittener der Tempel besuchen dürfen:

„Darum spricht Gott JHWH: Es soll kein Fremder mit unbeschnittenem Herzen und unbeschnittenem Fleisch in mein Heiligtum kommen von allen Fremdlingen, die unter den Israeliten leben.“ Hesekiel 44,9

Wenn du an Jeshua glaubst, dich damit Israel angliederst, dann wirst du eines Tages beschnitten werden auch am Fleisch, wenn du das Heiligtum besuchen willst.

Aber es ist kein Zwang. Wichtiger ist dein Herz, was im Messias beschnitten ist!

Es ist aber auch nicht verboten! Durch eine Beschneidung fällt niemand aus der Gnade! Das ist völliger Blödsinn! Du kannst dich beschneiden lassen aus zum Beispiel medizinischen Gründen. Dazu gibt es viele Gründe und Vorteile. Kein Problem.

ABER: lässt du dich beschneiden, als ein Zeichen, weil du zum Judentum konvertierst, DANN haben wir ein Problem. Das sehen wir später noch. Für den Moment also: Titus wurde nicht gezwungen. Timotheus hingegen ließ sich von Paulus beschneiden.

Es hatten sich falsche Brüder eingeschlichen um unsere Freiheit auszukundschaften, die wir im Messias haben. Was haben wir für eine Freiheit im Messias? Wir gehören zu Gott – ob Jude oder Heide. Wir halten das Gesetz der Freiheit ohne Furcht vor Strafe. Was das bedeutet, dazu auch später.

Und wir haben Vergebung der Sünden durch Jeshua, wenn wir das Gesetz übertreten.

Die das Ansehen hatten – das waren früher einfache Fischer gewesen. Aber Paulus sagt, das macht nichts! Vor Gott gilt das alles nicht, was Jemand ist, oder wieviel Jemand hat, Gott sieht das Herz an.

Gott sieht dein Herz, mein Herz, ob wir ihm glauben und das umsetzen wollen, was er uns zeigt.

Nun wird klar festgelegt, Paulus hat die Salbung den Unbeschnittenen das Evangelium zu bringen und Petrus der Beschneidung, so steht es wörtlich da.

Petrus dient den Juden und Paulus den Heiden.

Über die Qualifikation hatten wir bereits gesprochen. Paulus hatte die höhere Gelehrsamkeit aber weniger persönliche Erfahrung mit dem Messias. Für die Mission unter den Heiden ist es nämlich wichtiger, sie an Gottes Wort heranzuführen, sie die Maßstäbe Gottes zu lehren.

Petrus hatte deutlich weniger Gelehrsamkeit, aber er war drei Jahre mit dem Messias unterwegs gewesen. Das prädestinierte ihn zur Mission unter den Juden, die die Schrift längst kannten, aber den Messias gezeigt bekommen mussten.

Und natürlich ist es in jedem Fall wichtig, dass alle gemeinsam an die Armen denken und die versorgen, die sonst niemanden haben.

Kommen wir zu den Versen 11 – 21.

Gehen wir dafür zurück zu Apostelgeschichte 10.

Dort sehen wir Petrus, den Juden und Kornelius, den Heiden, der im Konvertierungsprozess stand. Er hielt den Shabbat, feierte die Feste, betete zu den vorgeschriebenen Zeiten und fastete und hielt die Speisegebote, aber er hielt alle die rabbinischen Anweisungen.

Petrus braucht deutliche Zeichen von Gott um dorthin zu gehen und Kornelius zu lehren. Gott zeigt ihm dreimal den Tallith mit allerlei unreinem Krabbeltier. Der Tallith ist der jüdische Gebetsschal. Die Tiere zumindest zum Teil unrein. Ihm wird gesagt, dass er das, was Gott für rein erklärt, nicht unrein nennen soll.

Wenn also ein Heide umkehrt zu dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs – sich in den Gebetsschal hüllt (bildlich gesprochen), dann ist er rein, auch wenn er vorher unrein war für einen Juden.

Petrus betritt also dieses Haus des Kornelius, wobei er erklärt, dass das für ihn als Juden eigentlich undenkbar war.

Petrus möchte Gott gehorsam sein, er hält die Torah. Was sind die Schwierigkeiten für ihn, das Haus eines Heiden zu betreten?

Schon das ist ein Punkt, den viele Chrristen heute nicht verstehen. Sie vertreten so verkorkste Meinungen, wie: die Juden müssten dann Christen werden, wenn sie an Jeshua glauben.

Im Gegenteil! Ein Jude, der zum Glauben an Jeshua kommt, wird erst recht ein Jude!

Also, in der Torah war es klar verboten, sich mit den Heiden einzulassen:

„Hüte dich, einen Bund zu schließen mit den Bewohnern des Landes, damit sie, wenn sie ihren Göttern nachlaufen und ihnen opfern, dich nicht einladen und du von ihrem Opfer essest und damit du für deine Söhne ihre Töchter nicht zu Frauen nehmest und diese dann ihren Göttern nachlaufen und machen, dass deine Söhne auch ihren Göttern nachlaufen!“ 2. Mose 34,15-16

Damit war eine Freundschaft schon mal weitest gehend ausgeschlossen. Um diese Einladungen zu vermeiden.

Wir sahen bereits, dass diese Sachen von den Rabbinern noch verschärft wurden um ganz sicher zu gehen und so hieß es dann: möglichst keinen persönlichen Kontakt.

Dann gibt es noch die Speisegebote. Kein Schwein, kein Kaninchen, sowieso kein Blut und kein Kälbchen, was in der Milch seiner Mutter gekocht wurde.

Auch das wurde noch verschärft. Keine fleischigen und milchigen Produkte zusammen verzehren, nur im Abstand von einigen Stunden (je nach Richtung des Judentums variieren die Stunden), und schließlich gab es getrenntes Geschirr für Fleischprodukte und Milchprodukte. Wie kannst du in einem heidnischen Haushalt essen, wenn du doch nicht sicher sein könntest, ob diese Dinge eingehalten wurden?

Ich denke, dass kein Christ sich vorstellen kann, welchen Stellenwert die rituelle Reinheit für einen Juden hatte und teilweise noch hat.

Viele Häuser, die ausgegraben werden, hatten private Mikwen, Tauchbäder, um die rituelle Reinheit jederzeit wieder herstellen zu können. Auch nach einem solchen Tauchbad war man nicht sofort rein.

Es war wichtig, diese Reinheit aufrechtzuerhalten. Sonst konnte man zum Beispiel nicht zum Tempel um anzubeten. Ausserdem setzte man durch manches Verhalten das ganze Volk einer Gefahr aus. Man riskierte die Reinheit des ganzes Volkes. Es ist nicht Privatsache, ob jemand Gottes Gebote übertritt. Spätestens seit Achans Diebstahl (Josua 7) war das klar.

So, nun kommen wir zurück zum Text. Petrus ging also zu Kornelius nach seiner Offenbarung und bekannte:

„Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.“ Apostelgeschichte 10,34-35

Er bekam aber sofort Ärger für diese Aktion:

„Und als Petrus hinaufkam nach Jerusalem, stritten die gläubig gewordenen Juden mit ihm und sprachen: Du bist zu Männern gegangen, die nicht Juden sind und hast mit ihnen gegessen!“ Apostelgeschichte 11,2-3

Deswegen gab es richtig Streit. Petrus war keiner, dem Konflikte lagen, er war ein harmoniebedürftiger Mensch, so hatte er, trotz der Offenbarung von Gott, Probleme damit, das durchzuziehen!

Was konnte einem im Haus von Heiden passieren? Was ist, wenn du einem Juden einen selbstgebackenen Kuchen schenkst? Er wird ihn nicht essen!

Woher soll er wisssen, dass du die Kaschrut Gesetze einhältst? War in der Teigschüssel, vorher irgendwann vielleicht einmal Fleisch?

Hast du zum Backen vielleicht ein braunes Ei verwendet und nicht auf den kleinen Blutfleck geachtet?

Hast du den Ofen gründlich gesäubert nachdem ein Fleischgericht darin war? Und vieles mehr. Ein Jude verliert dadurch seine Reinheit, so ist es gelehrt.

Versteht ihr, was das für eine Überwindung war für Petrus mit den Heiden zusammen zu sein? Erfuhren das die Juden, waren sie böse auf ihn und er wurde als unrein angesehen.

Es ist also so, dass Petrus mit den Heiden Gemeinschaft hat. In diesem Punkt lebt er nicht mehr wie ein Jude. Er fürchtet nicht mehr die rituelle Verunreinigung durch die Heiden – durch die gläubig gewordenen Heiden wohlbemerkt, die sich ja so verhalten sollten, dass sie den Juden keinen Anstoß geben.

Nun kommen also einige der Frommen aus Jerusalem – von Jakobus – wird hier gesagt und Petrus bekommt Angst und sagt seine Verabredungen ab. Er zieht sich zurück, und das bleibt nicht unbemerkt. Er verletzt die heidnischen Geschwister dadurch.

Paulus ist die Mission der Heiden anvertraut. Deshalb muss er hier öffentlich eingreifen, sonst droht diese Gemeinschaft zu zerbrechen.

Petrus zwingt durch sein Verhalten unbewusst die Heiden dazu zu konvertieren, wenn sie Gemeinschaft mit ihm haben wollen. Er macht deutlich, dass sie ja doch noch nicht ganz richtig sind. Das der Messias also nicht ausreicht.

Das kann Paulus so nicht stehen lassen. Mache ich Giur, konvertiere ich also, so muss ich nämlich die mündliche Torah, Talmud und Gemara usw. der Schrift mindestens gleichgestellt betrachten und wenn ich Jeshua als den Messias bekenne, so ist ein konvertieren in den meisten Fällen ausgeschlossen.

Im Moment kommen wir in eine neue Zeitepoche und auch orthodoxe Rabbiner kommen zum Glauben an Jeshua, aber so waren und sind zum größten Teil die Bedingungen.

Paulus ist da ganz klar und sagt, so etwas muss nicht sein! Warum sollen die Heiden gezwungen werden jüdisch zu leben, wenn Petrus selbst doch erkennt, dass wir durch den Messias gerettet sind. Das Gesetz rettet nicht und das Regelwerk der Rabbiner auch nicht. Obwohl Teile daraus durchaus gut und lebenswert sind. Paulus lehrte sie auch und regt zur Befolgung einiger an.

„So steht nun fest, liebe Brüder, und haltet euch an die Traditionen….“ 2. Thessalonicherbrief 2, 15

(Auch hier wird das griechische Wort ‚paradosis‘ verwendet, es steht für diese Satzungen der Väter, die Traditionen, die mündliche Torah.)

Also, es ging hier nie darum, dass Petrus wie ein Heide gelebt und Schweinefleisch gegessen hätte!

Es geht darum, dass es uns nichts nützt uns zu einem Regelwerk zu bekehren und zu bekennen, denn das bedeutet das konvertieren.

Du verpflichtest dich Gebete zu sprechen in festgelegter Reihenfolge zu festgelegten Zeiten und Waschungen durchzuführen und vieles, vieles mehr. Es ist ein System, was auf starren Regeln beruht und nicht auf Vertrauen.

Wir sollen uns aber zu unserem Gott bekehren, dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Unser Herz soll bei ihm sein. Wenn wir dann die Gebete beten, soll unser Herz dabei sein und nicht, weil es jetzt Vorschrift ist, es zu tun.

Das Regelwerk zu erfüllen im Bewusstsein der Konsequenzen, immer aus Angst vor der Strafe. Wir sind aber unter der Gnade, indem Jeshua alle unsere Übertretungen gesühnt hat. Deshalb produzieren wir nicht ständig neue Übertretungen. Gott bewahre! Aber wir können leicht und voller Liebe seine Gebote halten.

Paulus schreibt:

„Ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe. Ich bin mit dem Messias gekreuzigt.“ Galater 2,19

Gemäß dem Gesetz gab es für Gesetzesübertretungen, Sünde – ein Opfer. Ich identifiziere mich mit dem Tod Jehuas, so wie damals eine Identifikation mit dem Opfer stattfand, als die Menschen ihre Hände auf den Kopf des Opfertieres stützten.

Wir können wie Paulus sagen: Wir sind durch das Gesetz dem Gesetz gestorben. Die Angst vor Strafe gibt es bei uns nicht mehr! Das alles beweist doch aber nur, dass das Gesetz als Prüforgan sehr wohl gilt!

Wenn ich den Führerschein bestanden habe, reiße ich doch auch nicht den Tacho aus dem Auto heraus. Im Gegenteil, ich darf nun fahren, achte aber darauf, wie ich fahre!

„Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern der Messias lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und hat sich selbst für mich dahin gegeben.“ Galater 2, 20

Ich werfe sie nicht weg, die Gnade. Natürlich nicht!

Das Gesetz macht mich nicht gerecht. Es zeigt mir nur meine Ungerechtigkeit. Gerecht macht mich nur der Messias. Das ist Gnade!

Er trug meine Schuld!

Johannes schreibt es so:

„Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.“ 1 Johannesbrief 4, 17b -18

Durch die Liebe Jeshuas sind wir frei vor Strafe. Diese Liebe zu erkennen und die Gebote Gottes trotzdem ernst zu nehmen, das wollte Paulus vermitteln!

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