Der II. Korintherbrief Teil II.

Wir starten ab Kapitel 6 zu lesen.

Wow! Was für ein Vorbild! Paulus dient Gott treu in allen möglichen Widrigkeiten. In Ängsten und in Nöten und in Geduld und Freundlichkeit trotz all diesem.

Ich habe schon Mühe mit Geduld und Freundlichkeit, bei meinen heutigen Kopfschmerzen! Eine gute Gelegenheit zu üben!

Es gibt Theologen, die heute verkünden, dass Krankheit, Not und Angst nicht gottgewollt sind und wir das nicht zu haben brauchen.

Hat Paulus nicht richtig geglaubt?

Ich denke das, was uns erzählt wird, ist oft so verdreht. Wahrheit und Lüge sind so geschickt miteinander vermischt, dass es für uns schwierig ist, das zu trennen. Natürlich will Gott uns helfen und natürlich kann Gott auch noch heilen!

Aber: Gott ist kein Automat. Und wir können Gott auch nichts befehlen! Wie gesagt, es ist viel Lüge mit Wahrheit vermischt!

Paulus jedenfalls hatte jede Menge Kummer, Traurigkeit, Ängste, Krankheit, Verleumdung und vieles mehr. Und trotzdem war er ein Mann des Glaubens. Ein Mann der Liebe, wie wir in den folgenden Versen sehen.

Er wirbt um sie mit solch liebevollen Worten! Er möchte sie gewinnen, einen Lebenstil der Heiligung in ihnen wecken:

„Spannt euch nicht in ein Joch gemeinsam mit Ungläubigen. Denn wie können Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit Partner sein? Welche Gemeinschaft hat das Licht mit der Finsternis?“ 2. Korintherbrief 6,14

Gerechtigkeit – auch hier wieder die Art und Weise, wie wir durch Jeshua gerettet, die Torah halten. Und dem gegenübergestellt die Gesetzlosigkeit.

Das passt nicht. Man kann befreundet sein, sich treffen und vieles machen, aber ein Joch bedeutet: gemeinsam eine Firma zum Beispiel oder eine Ehe. Gemeinsam etwas voranbringen. Das wird nicht funktionieren, wenn für den Einen Gottes Wort der Maßstab ist, und für den anderen eben nicht.

Heute merken wir diesen Riss sogar in Gemeinden. Es funktioniert nicht, wenn einige Gottes Wort ernst nehmen wollen und andere nicht.

Wir lasen als Fazit in einem Gemeindebrief unserer Region:

„Die Bibel und das Leben heute sind zwei verschiedene Dinge.“

Wenn das die Meinung deines zukünftigen Partners ist, dann wird euch eine gemeinsame Basis fehlen. Und wenn das die Haltung deiner Gemeinde ist, dann wirst du dort nicht mehr lange bleiben können.

Und so sagt Paulus dann auch:

„Wir aber sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Darum geht aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr; und rührt nichts Unreines an, so will ich euch annehmen und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige Herr.“ Verse 16-18

Wir hassen Konflikte und Trennungen. Aber manche sind durchaus gottgewollt.

Kapitel 7

„Deshalb, meine lieben Freunde, laßt uns, weil wir solche Verheißungen haben, uns reinigen von allem, was Körper und Geist verunreinigen kann, und strebt danach vollkommen heilig zu sein, aus Ehrfurcht vor Gott.“ Vers 1

Heiligung – ein Wort, was heute wenig benutzt wird. Ernst Modersohn sagte damals noch: „Zur Heiligung predigte ich das Gesetz.“

Was auch sonst? Immer gründlicher in den Spiegel des Wortes Gottes schauen und sehen, was Gott gefällt! Das ist ein Leben in der Heiligung. Ein Prozess, ein Fortschreiten.

Paulus ist erfreut, dieses Fortschreiten in der Gemeinde zu sehen und freut sich, dass sein Brief vielleicht traurig gemacht hat, aber doch geholfen hat, wieder einige Dinge in Ordnung zu bringen.

Kapitel 8

Hier geht es wieder um die Geldspende, die wir im ersten Korintherbrief auch schon hatten. Die Korinther betrieben diese Sammlung als stetige Sache, seit einem Jahr, das sieht man an den Versen 8,10 und 9,2.

Wichtig auch für uns, dass wir Geld abgeben, spenden, Not lindern, den Zehnten geben. Manchmal ist es nicht so einfach, wohin man das verantwortungbewusst gibt. Wir dürfen Gott bitten, uns zu zeigen, was er damit möchte. Eine gute Sache sehe ich in den Holocaustüberlebenden. Wir haben sie nicht mehr lange unter uns und es ist eventuell eine kleine Möglichkeit etwas wieder gut zu machen. Aber das ist meine private Meinung. Es gibt soviel Leid: Gläubige, die verfolgt werden, Kinder die hungern und vieles mehr.

„Nicht, dass die andern gute Tage haben sollen und ihr Not leidet, sondern dass es zu einem Ausgleich komme.“ Vers 13

„Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.“ Kapitel 9,6

Er sagt, dass alle Gabe doch von Gott kommt und Gott uns überreich dafür belohnen kann.

Woher weiß er das? Alles aus dem Tenach!

„Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht JHWH Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.“ Maleachi 3,10

„Ehre JHWH mit deinem Gut und mit den Erstlingen all deines Einkommens, so werden deine Scheunen voll werden und deine Kelter von Wein überlaufen.“ Sprüche 3,9-10

Kapitel 10

Paulus kämpft – doch nur im Dienst Gottes. Er wird persönlich angegriffen und versucht doch seine Befindlichkeiten hinter dem Dienst zurückzustellen. Man merkt ihm an, es geht um Gottes Wort und er verteidigt sich nur soweit, dass er versucht zu sagen, dass er „würdig“ ist Gottes Wort zu predigen. Er kommt sich lächerlich dabei vor und will dieses Rühmen nicht. Aber er möchte klar stellen, dass das was er gesagt hat, nicht vergeblich war, dass es Gewicht hat.

Es gab auch damals schon Menschen, die Selbstbeweihräucherung betrieben und es gab sie auch in Gemeinden.

„Wir wagen es nicht, uns mit jemandem von den Leuten, die sich selbst empfehelen, gleichzusetzen oder zu vergleichen. Indem sie sich untereinander messen und sich untereinander vergleichen, sind sie ganz einfach dumm. Wir werden uns nicht dessen rühmen, was ausserhalb des Bereiches der Arbeit liegt, die Gott uns gegeben hat; wir werden uns vielmehr innerhalb des uns zugeteilten Bereiches rühmen, und dieser Bereich erstreckt sich bis auf euch.“ „. Korinther 10,12-13

Es gibt Leute, die sind stolz und nehmen sich wichtiger und ihre Leistung, als Gottes Wort. Sie messen ihre Wichtigkeit und ihre Heiligkeit. Paulus findet das einfach dumm.

„So möge sich jeder, der sich rühmen will, Adonais rühmen; denn nicht der, der sich selbst empfiehlt, ist der Billigung würdig, sondern der, den der Herr empfiehlt.“ Vers 17

Gott ist der, der alles bewirkt, dem wir alles verdanken und in dem wir sind. Amen!

Kapitel 11

Paulus spricht hier wieder in einem Term der Torah:

Am Sinai fand eine Feier statt, dass fortan Israel als Gottes Braut und seine Frau bezeichnet wird. Das haben wir vor allem in der „Ephraim – Reihe“ erklärt. Die Tafeln der Gebote waren eine Ketuba, ein Ehevertrag.

Israel brach den Bund und Mose zerschmetterte die Tafeln, als Zeichen für den gebrochenen Bund.

Durch Jeshua unseren Messias haben wir einen neuen Bund.

„Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun“ Hesekiel 36,26-27

Das ist der neue Bund, angekündigt durch die Propheten und hier ist es sehr schön dargestellt. Der alte Bund, auf den steinernen Tafeln und die steinernen Herzen, die den Bund brechen.

Der neue Bund durch die Liebe des Messias und den Geist sind fleischerne Herzen, die gerne Gottes Gebote halten.

Paulus hat ihnen diesen Bund gewiesen und sie wieder als Braut dem Messias zugeführt.

Der neue Bund und diese einfache und reine Hingabe an den Messias beeinhaltet nichts anderes als das, was wir in Jeremia 31, 31 sehen: folge dem Messias und halte durch den Geist die Torah.

Nun, wie wurde Eva verführt? „Sollte Gott gesagt haben…????“

Und auch hier wird nun ein anderes Evangelium verkündigt. Wir wissen welcher Art das andere Evangelium war:

„Darum, meine Lieben, während ihr darauf wartet, seid bemüht, dass ihr vor ihm unbefleckt und untadelig im Frieden befunden werdet, und die Geduld unseres Herrn erachtet für eure Rettung, wie auch unser Lieber Bruder Paulus nach der Weisheit, die ihm gegeben ist, euch geschrieben hat. Davon redet er in allen Briefen, in denen einige Dinge schwer zu verstehen sind., welche die Ungelehrten und Leichtfertigen verdrehen, wie auch die anderen Schriften, zu ihrer eigenen Verdammnis. Ihr aber, meine Lieben, weil ihr das im Voraus wißt, so hütet euch, daß ihr nicht durch den Irrtum dieser gesetzlosen Leute samt ihnen verführt werdet und fallt aus eurem festen Stand.“ 2. Petrus 3, 14-17

Hier wissen wir, dass es gesetzlose Leute waren, die seine Schriften verdreht haben. Petrus sagt, dass Paulus alles richtig lehrt. Auch Paulus selbst sagt:

„Und wenn ich schon ungeschickt bin in der Rede, so bin ich´s doch nicht in der Erkenntnis; sondern in jeder Weise und vor allen haben wir sie bei euch kundgetan.“ 2. Korintherbrief 11,6

Paulus ist gelehrt, aber es fällt ihm schwer, das so auszudrücken, dass es keine Missverständnisse gibt.

Paulus beklagt sich, dass die Korinther es gerne und willig ertragen, dass die von sich eingenommenen Prediger sie ausbeuten und erniedrigen, schlecht behandeln. 2. Korintherbrief 11,20

Personenkult ist immer falsch!

„Sie sind Hebräer – ich auch! Sie sind Israeliten – ich auch! Sie sind Abrahams Kinder – ich auch!“ Vers 22

Er hat sein Jüdisch sein nie aufgegeben.

Und er nimmt soviel auf sich um das Evangelium zu verkünden. Weil für ihn ist es am Wichtigsten, ein Diener des Messias zu sein. So dürfen wir als messianische Juden nicht unser Jüdisch sein aufgeben, und zum anderen müssen wir bezeugen, dass wir dem Messias Jeshua dienen.

Kapitel 12

Man spürt dem Apostel ab, wie zögerlich er über dieses Ereignis spricht:

„Ich kenne einen Menschen, eins mit dem Messias, der vor vierzehn Jahren in den dritten Himmel entrückt wurde; ob er sich im Leib oder außerhalb des Leibes befand, weiß ich nicht; Gott weiß es.“ 2. Korinther 12, 2

Heute wird oft geprahlt mit Gaben und Erfahrungen. Dieser alte Apostel ist damit sehr zurückhaltend:

„Und wenn ich mich rühmen wollte, wäre ich nicht töricht; denn ich spräche die Wahrheit. Doch wegen der Außerordentlichkeit der Offenbarungen tue ich es nicht, damit niemand mehr von mir halte, als meine Worte oder Taten bestätigen.“ 2. Korinther 12,6

Unsere Worten und Taten sind wichtig! Wir können noch soviel Gaben und Erfahrungen haben. Das ist nebensächlich, wenn unsere Worte und Taten nicht das wiederspiegeln, was wir glauben und vor allem – den, an den wir glauben.

Paulus versucht ihnen zu sagen, dass sie doch verrückt sind, ihren Focus auf solches Angeben und Prahlen zu legen. Er kann und will mit solchen Leuten gar nicht mitmachen. Gleichzeitig versucht er seine Glaubwürdigkeit herauszustellen.

Und schreibt davon, dass er zu einem erneuten Besuch kommen möchte, sich aber auch davor fürchtet:

„Denn ich fürchte, dass ich komme und euch nicht auf dem Weg finde, auf dem ich mir euch wünsche, und auch, dass ich nicht auf dem Weg erfunden werde, auf dem ihr euch mich wünscht. Ich fürchte Streit und Eifersucht vorzufinden, Zorn und Rivalitäten, Verleumdung und Klatsch, Hochmut und Unordnung. “ 2. Korinther 12,20

Er fasst immer wieder zusammen und betont, dass er ehrlich ist und nur das Beste für die Geminde im Sinn hat, sie liebt, aber mit vielen Dingen dort nicht einverstanden ist und streng korrigieren muss, wenn er kommt und solche Dinge vorfindet.

Mir bricht es das Herz, wenn ich sehe, was heute in den Kirchen an Worten und Taten zu sehen ist, wo es aber keine Korrektur gibt. Wie soll auch korrigiert werden, wenn die Schrift kein Maßstab mehr ist, wenn man behauptet, dass die Schrift heute nicht mehr anwendbar und relevant ist? Wieviele Tränen würde der treue Apostel vergiessen, wenn er das heute sehen würde?

Kapitel 13

„Jede Klage muss durch das Zeugnis von zwei oder drei Zeugen bestätigt werden.“ 2. Korinther 13,1a

Das ist ein Zitat aus 5. Mose 19,15. Paulus schreibt hier also, dass die Torah gilt und er an sich an diese Prinzipien hält.

Auch für uns ein wichtiger Punkt: wenn angeblich das Gesetz aufgehoben ist, wo sind diese 2 oder 3 Zeugen, die das bestätigen???? Wo sind sie? Ich meine damit biblische Zeugen. Wo finden wir diese Idee in der Schrift? Nirgends. Und die Schrift sagt uns ganz klar, dass wir es nicht glauben sollen, wenn uns Jemand so etwas erzählt.

Gott selbst sagt, dass es diese Zeugen geben muss.

Es gibt aber hunderte biblische Zeugen vom Gegenteil, nämlich davon, dass Gottes Gesetz gut ist und heilig und ewig gilt.

Das Thema schauen wir uns bald noch genauer an, im Galaterbrief!

Ich bin gespannt auf euer Feedback, wie eure Gemeinden das sehen und ob ihr meiner Argumentation folgen könnt. Es ist nicht so einfach, das weiß ich.

Es hilft vielleicht den Bibeltext mitzulesen. Shalom und Segen euch allen im Namen unseres Herrn Jeshua HaMashiach!

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