Korintherbrief Teil III

Wir starten ab Kapitel 12 diesen 3. Teil.

Die Mehrzahl in der Gemeinde scheinen Heiden gewesen zu sein:

„Ihr wißt, als ihr Heiden wart, zog es euch mit Macht zu den stummen Götzen.“ Vers 2

Mehr noch, sie waren heidnische Götzendiener. Diese Gemeinde befand sich in sehr großer UNordnung. Das muss man zum Verständnis wissen. Bei manchen Dingen, war Paulus einfach auch unsicher in der Beurteilung und sagt deshalb:

„Das andre will ich ordnen, wenn ich komme.“ 1. Korinther 11,34b

Nun versucht er durch diesen Brief erst einmal die basics klar zu machen.

Jeshua kann nur durch den heiligen Geist: Herr, Gott, allmächtiger Herrscher genannt werden. Umgekehrt ist es ganz klar NICHT der heilige Geist, wenn Jeshuas verflucht wird!

In einer Geimeinde, die mit dem heiligen Geist beschenkt ist, gibt es verschiedene Gaben, aber sie stammen vom selben Geist.

Auch, wenn uns die Gabe des Anderen, seine Art, manchmal fremd vorkommt. Sein Focus liegt – durch den heiligen Geist, vielleicht auf anderen Dingen, als es bei mir der Fall ist.

Natürlich findet ein Ohr das Auge komisch und fremd und doch sind beides nützliche und notwendige Organe des Körpers.

So geht es uns in den Gemeinden manchmal auch.

Paulus nennt hier 9 Gaben:

Weisheit

Erkenntnis

Glaube

Heilung

Wunder tun

prophetische Rede

Unterscheidung der Geister

Fremdsprachen

und die Gabe „hermeneia“ das bedeutet: übersetzen. Es geht hier also um Fremdsprachen, die auf dieser Welt gesprochen werden und ihre Übersetzung!

„Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist und teilt einem Jeden das Seine zu, wie er will.“ Vers 11

Zuerst müssen wir also feststellen, dass der Geist die Gaben austeilt!

„Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.“ Vers 13

Wir sahen in Kapitel 10 Vers 1 und 2 bereits, dass Paulus ihnen erklärt, dass die Vorväter alle auf Mose getauft wurden durch die Wolke und das Meer. Zu einer Einheit. Wir werden durch den Geist gestauft in diese Einheit.

Das ist bereits im alten Bund schon angekündigt:

„das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht JHWH: Ich will meine Torah in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.“

Das ist der Bund in dem wir leben. So sagt es auch Hebräer 8. Das ist der Bund, den wir haben: die Torah auf unserem Herzen durch den Geist, Vergebung durch das Opfer Jeshuas. Wer diesen Bund nicht will, hat keinen! DAS ist die Option!

Und so schreibt er über die Ergänzung und Einheit in der Gemeinde mit den unterschiedlichen Gaben. Aber er sagt auch, dass nicht alle dieselben Gaben zu haben.

Die angebliche Zungensprache als Zeichen des Geistes ist eine Irrlehre! Paulus sagt ganz klar, dass nicht alle in Sprachen reden!

Und er will ihnen auch einen besseren Weg zeigen, als sich mit Gaben zu übertrumpfen: die LIEBE.

Ohne die Liebe nützt mir weder Erkenntnis noch krasse Aktionen oder was es sonst so gibt, etwas.

Die Liebe sieht den Anderen.

Kapitel 14

„Strebt nach der LIEBE! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber um die Gabe der prophetischen Rede!“ Vers 1

Es gab in Korinth das Phänomen, dass in anderen Sprachen gesprochen wurde. Paulus versucht das einzuordnen. So etwas war auch der heidnischen Welt nicht unbekannt.

In Delphi gab es das berühmte Orkael und die Priesterin dort sprach ebenso in unbekannten Lauten und wurde teilweise „übersetzt“.

Jeder Psychiater kennt dieses Phänomen auch heute noch. Es ist nichts, was automatisch auf einen Erfüllung mit dem heiligen Geist schließen lässt. Das war auch Paulus klar.

Deshalb versucht er einzugrenzen.

Ein Vorbild in dieser Hinsicht ist mir auch Ernst Modersohn. Der bekannte Geistliche erlebte diese Phänomene um die Jahrhundertwende, als sie erstmals wieder auftraten und war sehr befremdet.

Er bat die Brüder, die das taten, es nicht mehr in seinem Haus zu tun und schreibt:

„Während einer Blankenburger Konferenz kamen die der Pfingstbewegung angehörenden Brüder einmal in meinem Hause zusammen. Aber was ich da sah und hörte von Zungenreden, stieß mich so ab, daß ich die Brüder bat nicht wieder zu mir zu kommen.

Es war mir eine innere Unmöglichkeit, mich dieser Strömung anzuschließen. Aber es war mir auch nicht möglich, mit den Gegnern gemeinsame Sache zu machen.“

Ernst Modersohn: „Er führet mich auf rechter Straße“ Seite 102

Ähnlich möchte ich es auch halten.

Meine Urgroßeltern besuchten in Polen zur Jahrhundertwende eine Konferenz, als das Phänomen von Amerika nach Europa schwappte und erlebten es life auf dieser Konferenz. Es war eine wirkliche Sprache, die dort gesprochen wurde. Allerdings war ein Missionar auf dieser Konferenz, der diese Sprache verstand und er übersetzte, wie Jeshua verlacht und gelästert und geflucht wurde.

Paulus sagt ganz klar, dass das nicht vom heiligen Geist ist!

Nur so können wir unterscheiden. Und urteilen: entspricht es der Schrift?

Wird es übersetzt? Es soll in der Gemeinde übersetzt werden. Geschieht das nicht, so ist es als unbiblisch einzustufen.

Paulus vergleicht es mit den Posaunen, die das Volk riefen. Die Töne mussten klar sein. Tönte nur eine Posaune, sollten nur die Anführer kommen, tönten beide, dann alle und es gab das Signal für Krieg und für Aufbruch usw. Ist aber keine Bedeutung klar, was soll das dann? So ist es auch mit der Zungenrede. Wenn die Bedeutung unklar ist, wer hat etwas davon?

Auch soll einer nach dem anderen reden und kein Durcheinander, wie ich es auch erlebt habe. Und wenn kein Ausleger da ist, so soll er gleich sowieso schweigen! Vers 28

„Die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.“ Vers 32-33

Das Bellen und Gackern und Einkoten und auf dem Boden wälzen ist darum ganz und gar unbiblisch. Da ist keinerlei Kontrolle erkennbar. Und auch keine Ordnung. Darum haben wir uns entschlossen, dass wir in unserer Gemeinde so etwas nicht zulassen.

„Laßt aber alles ehrbar und ordentlich zugehen.“ Vers 40

Kapitel 15

Paulus legt hier in knappen Worten noch einmal den Grund:

„Der Messias ist gestorben für unsere Sünden nach der Tenach und begraben worden und auferstanden am dritten Tage nach der Tenach.“ Vers 3-4

Der Tenach ist das alte Testament, die Schrift, und Paulus betont ganz klar, dass alles nach der Schrift geschah!

Gott tut, was er in der Schrift angekündigt hat! Nicht mehr und nicht weniger!

„Gott JHWH tut nichts, er offenbare denn seinen Ratschluß den Propheten, seinen Knechten“ Amos 3,7

Paulus schrieb diesen Brief ungefähr 25 Jahre nach der Auferstehung des Messias. Und schon gab es dort einige, die behaupteten, dass die Auferstehung Quatsch ist.

Paulus widerlegt das ganz klar.

„Ist der Messias aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden“ Vers 17

Wir kommen nur durch den lebendigen, auferstandenen Messias in den Bund mit Gott. Jeshua unser Bräutigam, der uns erwählt und rettet.

Paulus schreibt hier klar im „Pessachdenken“.

„Nun aber ist der Messias auferstanden von den Toten als Erstlingsfrucht unter denen, die entschlafen sind.“ Vers 20

Jeshua ist auferstanden an einem Festtag, den Gott seinem Volk in weiser Vorraussicht gegeben hat. Es ist der Tag der Erstlingsfrüchte.

Dieser Tag fällt durch Gottes Willen immer auf einen Sonntag!

Deshalb den Sonntag zu heiligen ist aber nicht richtig und entspricht nicht dem Willen Gottes.

An diesem Tag wurden die ersten Brote und der erste Anteil der Gerstenernte in den Tempel gebracht. Symbolisch war durch diesen ersten Teil dann die ganze Ernte heilig. Davon spricht Paulus hier. Jeshua ist auferstanden als der Erste und so wissen wir, dass wir in ihm alle auferstehen werden!

„Ein Jeder aber in seiner Ordnung: als Erstlingsfrucht der Messias; danach, wenn er kommen wird, die, die dem Messias angehören, danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat.“ Vers 23-24

Jeshua ist der Erste, wir werden folgen, wenn er wieder kommt, Hallelujah!, danach wird er alle Herrschaft und Gewalt unterwerfen und Ordnung schaffen – das ist nach meinem Verständnis das 1000jährige Reich:

„Denn er muss herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter seine Füße legt.“ Vers 25

Dann übergibt er aber alles Gott, dem Vater.

Ich habe manchmal die Aussage gehört, dass der Gott des alten Bundes ja so schrecklich streng und grausam war und Jeshua ist nun so voller Gnade und Liebe.

Was passiert aber dann, wenn Jeshua dem Vater alles übergibt?

„Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit sei Gott alles in allem.“ Vers 28

Gott ändert sich nicht.

„Auch lügt der nicht, der Israels Ruhm ist und es gereut ihn nicht; denn er ist nicht ein Mensch, daß ihn etwas gereuen könnte.“ 1. Samuel 15,29

Es ist besser der Wahrheit ins Auge zu blicken! Gott ändert sich nicht.

Er war immer schon voller Gnade und Erbarmen und er ändert sein Gesetz nicht!

„So sollst du nun wissen, daß der JHWH, dein Gott, allein dein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten.“

5. Mose 7,9

Zurück zum Korintherbrief:

Wenn es nur um dieses kurze Leben hier auf der Erde geht, dann hat alles keinen Sinn: Paulus Strapazen schon gar nicht.

„Laßt euch nicht verführen! Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten. Wacht auf zur Gerechtigkeit und sündigt nicht!

Denn einige von euch wissen nichts von Gott; das sage ich euch zur Schande.“ Verse 33-34

Paulus zitiert hier im ersten Teil ein griechisches Sprichwort.

Und dann klärt er einige Punkte. Die Korinther waren teilweise sehr stolz und sehr unmoralisch und sehr unwissend, was Gott angeht.

Wenn unser Leib in das Grab gelegt wird, so ist das wie ein Samenkorn. Dieser Leib, bzw. seine Überreste werden verwandelt. Deshalb ist es nicht egal, was mit unserem Körper nach dem Tod passiert!

Die Gräber werden sich öffnen, diese Körper werden verwandelt auferstehen. Die Friedhöfe, die wir in Trauer und Sehnsucht besuchen werden zu den Orten des größten Triumphes werden, den diese Welt je gesehen hat!

Unser Lohn wird aber unterschiedlich sein. So wie die Sterne sich im Glanz unterscheiden und von Sonne und Mond auch noch einmal unterscheiden, so werden unsere himmlischen Leiber sich in Herrlichkeit unterscheiden!

Und er erklärt noch etwas sehr Schönes, etwas, was die Vorfreude weckt:

„Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit des letzten Shofars. Denn es wird das Shofar erschallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden.“ Verse 51-52

Zusammen mit anderen Bibelstellen, die wir uns noch ansehen werden, wissen wir, dass unser Herr zum „Tag des Shofarschalls“, zu Yom Terua wiederkommen wird.

Jedes Jahr feiern wir Yom Terua und freuen uns darauf, üben, üben, üben uns darauf vorzubereiten! So möchte Paulus es haben. Wir als Gläubige sollen lernen und bereit sein und jedes Jahr etwas weiter kommen.

SEINE Feste sind ein Segen!

„Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz.“ Vers 56

Der Stachel des Todes: wenn mich eine Biene sticht, so bin ich mit ihrem Gift infiziert und werde eine schmerzhafte Schwellung erhalten. So auch hier, wenn ich mit dem Gift der Sünde infiziert bin, so werde ich sterben.

„Der Sünde Sold ist der Tod, die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Jeshua HaMashiach, unserem Herrn“ Römer 6, 23

Wenn es keine Gesetze gibt, so gibt es auch keine Übertretung. Die Kraft der Sünde besteht also darin, dass das Gesetz gilt! Sonst bräuchten wir keine Vergebung, keinen Messias!

„Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt, durch unseren Herrn Jeshua HaMashiach!“ Vers 57

Nur durch ihn, unseren Messias, sind wir frei und dürfen fröhlich Gottes Gesetz halten und ihm dienen. Weil er uns so sehr liebt, dass er alle Strafe trug.

Kapitel 16

Die Übersetzung in manchen Bibeln ist hier sehr missverständlich und legt nahe, dass die Gemeinden sich am Sonntag versammelt hätten, was selbstverständlich nicht wahr ist!

So übersetzt David Stern auch richtig:

„Jede Woche am Moza-eh Shabbat soll jeder von euch etwas Geld beiseitelegen, je nach seinem Einkomen, und es sparen; so daß ich, wenn ich komme, die Mittel nicht erst noch aufbringen muss. Und wenn ich komme, werde ich den Leuten, die eure Billigung genießen, Empfehlungsbriefe geben und sie mit eurer Gabe nach Jeruschalajim schicken.“ 1. Korinther 16,2-3

Der Moza-eh Schabbat ist der Samstagabend, der Schabbatausgang.

Im griechischen ist da an manchen Bibelstellen eine Formulierung erwähnt, die im griechischen nicht wirklich Sinn macht. Sie ergibt erst Sinn, wenn man den Term zurück ins hebräische übersetzt. Es war eben oft so, dass sie griechisch schrieben und dabei aber hebräisch dachten. So auch in Apostelgeschichte 20,7.

In manchen hebräischen Bibeln steht dort am Shabbat um 13 Uhr. Es geht um den Shabbatnachmittag in jedem Fall. Und nicht und niemals um den Sonntag!

Die Selbstverständlichkeit, mit der Paulus hier über die Sammlung für Jerusalem spricht, kann so verstanden werden, dass die Heiden eventuell die Pflicht haben, die jüdischen Gläubigen zu unterstützen. Vielleicht ist es ein kleiner Dank dafür, dass dadurch das Evangelium zu den Heiden kam.

Vielleicht ist es auch so zu sehen, dass wir ja auch den Zehnten zu einem großen Teil an diejenigen senden, die uns lehren. Das war in diesem Fall die Urgemeinde. Ihnen haben sie ihr Heil zu verdanken.

Im nächsten Teil sehen wir uns dann den 2. Korintherbrief an.

Wir hoffen, dass einige Dinge an Klarheit gewinnen konnten.

Seid reich gesegnet in unserem Herrn Jeshua!

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