Ungesäuert

Nun haben wir die Tage der ungesäuerten Brote beendet. Es ist so spannend jedes Jahr wieder den Weg der Feste zu gehen. Jedes Jahr wieder bewusst auszuziehen aus aller Knechtschaft der Sünde, die uns zwingen will Dinge zu tun, die unser neues Ich, was wir durch den Messias sind, gar nicht tun will.

So wie Paulus diesen Konflikt in Worte fasst:

„Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. “ Römer 7,19

Und so erklärt Paulus uns, das der Weg das Ziel ist. Die Torah zu üben. Jeden Tag zu üben, jedes Jahr auszuziehen und jedes Jahr neu auch über den Sauerteig in unserem Leben nachzudenken.

„Darum lasst uns das Fest feiern nicht im alten Sauerteig auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern im ungesäuerten Teig der Lauterkeit und Wahrheit.“ 1. Korinther 5, 8

Sauerteig ist Teig, der durch Gärung, die durch Bakterien hervorgerufen wird, aufgeht, Bläschen wirft. Dieser Teig arbeitet richtig und riecht auch stark.

Hefeteig ist Teig, dessen Gärung durch Pilze hervorgerufen wird.

Beides geht auf, macht die Backstücke locker und luftig.

Auch in unserem Leben dringen Bakterien ein. Das bewirkt eine Verunreinigung des ungesäuerten reinen Teiges, der wir sein sollen. Der Messias ist das reine Brot. Ungesäuert, pur und rein. Ohne Sünde. Und ER ist unser Vorbild.

Deshalb sollen Verunreinigungen raus. Keine Bosheit, keine Schlechtigkeit soll in unserem Leben bleiben. Das ist der erste Punkt.

Bosheit und Schlechtigkeit, alles was nicht mit Gottes Wort überein stimmt muss raus!

Aber hier kommt noch mehr:

„…im ungesäuerten Teig der Lauterkeit und Wahrheit.“

Manche Übersetzungen schreiben: Aufrichtigkeit.

David Stern übersetzt sehr schön:

„…sondern mit der Mazzah der Reinheit und der Wahrheit. “

Wir sollen also ganz wie diese flache Matze, die wir in den vergangenen Tagen so gut kennen gelernt haben, sein. Nicht aufgeblasen, ehrlich, ohne doppelten Boden, Heuchelei und Falschheit. Sondern einfach, authentisch, aufrichtig und wahr.

Eine Herausforderung. Manchmal fällt uns geheuchelte Liebe leichter als liebevolle Ehrlichkeit.

Ich dachte lange Zeit, dass geheuchelte Liebe und Freundlichkeit das ist, was Gott will. Aber das ist nicht wahr! Gott will aufrichtige Menschen, die die Wahrheit in Liebe sagen.

Das wird uns nicht immer für einen Beliebtheitspreis nominieren. Mazzah ist in unserem Haus auch nicht das beliebteste Nahrungsmittel. Wie heißt der Spruch: „Der einzige Tag im Jahr an dem ich mich danach sehne Mazzah zu essen ist- Jom kippur.“

Diese Reinheit der Mazzah hat Nachteile: sie macht nicht alles mit. Man kann sie nicht verbiegen, es gibt Brotbelag, der sich mit Mazzah nicht verträgt.

Und so soll es auch mit uns sein. Wir sollen klar trennen, nicht alles annehmen und mitmachen und dabei aufrichtig und klar bleiben.

Wie tun wir das? Indem wir tun, was Gottes Wort uns sagt und dabei klar und ehrlich bleiben. Nicht versuchen Menschen zu gefallen, sondern Gott.

Und damit haben wir eine Herausforderung für jeden Tag. Manchmal fällt uns das leichter, an anderen Tagen ist es schwerer.

Ich bin in der ehemaligen DDR groß geworden. Ich weiß, was es heißt wegen seines Glaubens Nachteile zu haben, nicht alles mitmachen zu können, allein zu stehen. Gestern Abend hielt ich mein weinendes Kind im Arm, der nun genau das auch erlebt,weil er folgendes Lied in der Schule nicht singen wird:

„Baba Yaga, Baba Yaga, Hühnerbeinehexenhaus. Tief im Walde bei den Birken schaut die Hex zum Fenster raus. Wehe, wehe wenn du einmal einsam dich im Wald verirrst! Baba Yaga lugt und lauert, bis du dann ihr Opfer wirst!“

Und ich habe ihm erklärt, dass ich die vielen Schwierigkeiten, die ich als Kind hatte, heute als Geschenk sehe. Und ich hoffe und bete dass es ihm auch einmal so geht.

Wir sollen lernen uns rein zu halten, Dinge nicht mitzumachen und Gott zu folgen. Das funktioniert wie ein Muskel, der muss trainiert werden. Der Durchschnittsgläubige schaut immer, was kann ich noch mitmachen und verschiebt seine Schmerzgrenze dann auch noch Stück für Stück.

Aber das kann fatale Folgen haben für dich und deine Familie.

Wir lesen in der Offenbarung von dem letzten antichristlichen Herrscher dieser Welt:

„Und alle, die auf Erden wohnten beteten es an, deren Namen nicht vom Anfang der Welt an geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes, das geschlachtet ist.“ Offenbarung 13, 8

Ich denke wir sind uns einig, dass das eine schwere Zeit wird und eine Probe bei der wir alle weiche Knie bekommen. Wie wollen wir das aber bestehen, wenn wir nicht trainieren, wenn wir dauernd Kompromisse eingehen?

Ich wünsche euch von Herzen Kraft und Weisheit zu unterscheiden und den Ruach, den Geist, der uns stärkt und leitet!

Seid gesegnet!

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