Omer zählen

Omer49

Nachdem wir Pessach gefeiert haben, also den Sederabend, kommt einen Tag später das Fest der ungesäuerten Brote. Wir essen sieben Tage Matzen, Brot ohne Sauerteig.

Dann kommt in dieser Zeit auch der Tag der Erstlingsfrüchte und von da an wird das Omer gezählt.

„Danach sollt ihr zählen vom Tage nach dem Shabbat, da ihr die Garbe als Schwingopfer darbrachtet, sieben ganze Wochen. Bis zu dem Tag nach dem siebenten Shabbat, nämlich 50 Tage sollt ihr zählen und dann ein neues Speisopfer dem JHWH opfern.“ 3. Mose 23, 15 -16

„Sieben Wochen sollst du zählen und damit anfangen, wenn man zuerst die Sichel an die Halme legt.“ 5. Mose 16,9

Es sind also mehrere Feste in kurzer Zeit und es wird noch etwas komplizierter.

Der „Tag nach dem Shabbat “ ist nämlich etwas umstritten.

Die Sadduzäer gingen von einem Wochenshabbat aus. Also wird der Tag der Erstlingsfrüchte und dann 50 Tage später auch Shavuot immer an einem Sonntag gefeiert. Und da hier einmal von sieben Wochen und dann von sieben Shabbaten gesprochen wird, macht das für uns den meisten Sinn.

Die Pharisäer jedoch legen hier das Wort ‚Shabbat‘ als ‚Festtag‘ aus. Also der Tag nach dem Fest ist hierbei der 16. Nissan. Das Wort heißt zwar auch Shabbat. Wird aber mit einer anderen Punktion geschrieben und daher auch mit Fest oder Feier übersetzt.

Es gibt auch noch eine dritte Gruppe, die den Tag nach dem Shabbat als Tag nach dem letzten Tag der ungesäuerten Brote auslegen.

Wie sagt man so schön? 3 Juden = 5 Meinungen. 😉

Wir feiern den Tag, wie die Sadduzäer und zählen immer vom Sonntag nach Pessach an.

Hier die Begründung, warum wir das tun:

Der Tag, an dem Jeshua auferstanden war, war der Tag der Erstlingsfrüchte. Denn Paulus schreibt:

„Tatsache ist aber, daß der Messias von den Toten auferweckt worden ist, als Erstling derer, die gestorben sind. Denn da der Tod durch einen Menschen kam, ist auch die Auferstehung von den Toten durch einen Menschen gekommen. Denn so, wie in der Verbindung mit Adam alle sterben, so werden in Verbindung mit dem Messias alle lebendig gemacht werden. Doch jeder in seiner eigenen Ordnung: Der Messias ist der Erstling, dann die, die zum Messias gehören, zur Zeit seines Kommens, dann das Ende, wenn er das Reich Gott dem Vater übergibt, nachdem er jeder Herrschaft ja jeder Vollmacht und Macht ein Ende gesetzt hat.“ 1. Korinther 15, 20 -24 (Übersetzung nach David H. Stern)

Paulus erklärt ganz klar, dass der Messias die Erstlingsfrucht ist. Er ist an diesem Tag auferstanden. Das bestätigt er im Römerbrief:

„Ist die Erstlingsgabe vom Teig heilig, so ist auch der ganze Teig heilig; und wenn die Wurzel heilig ist, so sind auch die Zweige heilig.“ Römer 11, 16 (Luther)

Da Jeshua aber 3 Tage und 3 Nächte im Grab war, kann es nicht der Tag nach Pessach gewesen sein.

Dieser Tag der Erstlingsfrüchte war etwas Besonderes. Die erste Garbe (hebräisch omer) von der Gerstenernte sollte vor dem Schöpfer geschwungen werden. Erst dann durfte auch von der Ernte gegessen werden.

Von diesem Tag der Gerstenernte wird gezählt bis zu Shavuot, dem Tag der Weizenernte und dem Tag, an dem Israel die Torah bekam. Freiheit und Gesetz gehört auch bereits im alten Testament zusammen.

Zu Pessach wurden wir befreit von einem Leben in Knechtschaft und Sünde und dürfen nun in Freiheit leben, indem wir so leben, wie es dem Ewigen gefällt.

Jeshua ist also auferstanden, begegnet Maria und es geschieht folgendes:

„Jeshua sagt zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater.“ Johannes 20, 17a

Später dürfen und sollen die Jünger ihn berühren. Er hat sich also in der Zwischenzeit dem Vater als Erstlingsfrucht präsentiert. So, wie von der Ernte nicht gegessen werden durfte bevor man sie als Schwingopfer im Tempel dargebracht hatte, so sollte auch Jeshua nicht berührt werden.

Das Volk Israel bekam in der Wüste täglich ein omer Manna. Das omer bedeutet Garbe, ist aber zugleich auch eine Maßeinheit.

Und einmal im Jahr bekommt Gott ein Omer zurück.

Das können wir nun nicht mehr so tun, wie es vorgeschrieben ist, weil ja der Tempel nicht mehr steht.

Wir können Gott aber immer noch ein Opfer darbringen:

„Durch ihn (den Messias) also laßt uns Gott allezeit ein Lobopfer darbringen. Denn das ist die selbstverständliche Frucht von Lippen, die seinen Namen bekennen. Aber vergeßt nicht Gutes zu tun und mit anderen zu teilen, denn an solchen Opfern hat Gott Wohlgefallen.“ Hebräerbrief 13, 16

Solche Opfer können und sollen wir täglich bringen und dann zählen wir die Tage bis Shavuot, bis zur Gabe der Torah und des Geistes.

Wir lesen jeden Tag einige Verse aus dem Psalm 119. Er ist der längste Psalm der Bibel und ein wahres Juwel. Er erzählt uns jeden Tag wie schön die Lehre unseres Gottes ist, seine Weisungen, seine Torah. So dass wir voller Freude dann Shavuot feiern können.

Diese Tage sollen uns zur Prüfung und zum Ansporn, zur Heiligung dienen.

Mein lieber Mann hat eine wunderbare App programmiert, die das Zählen des Omers erleichtern soll. Ihr findet sie im App Store unter Omer49.
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barcodeOmer

Da ist gleich die Lesung des Psalms und auch der Segen, den wir vor dem Zählen sprechen integriert.

Wir zählen abends, nach Sonnenuntergang. Denn wir sollen ja explizit sieben ganze Wochen zählen. Wir kommen aber nur auf sieben ganze Wochen, wenn wir auch ganze Tage zählen.

So ist es auch in unserem Leben, wenn unser Leben heilig sein soll, dann kommt es auf die täglichen kleinen Entscheidungen an. Darauf wollen wir in den kommenden Woche besonders achten! Seid gesegnet!

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Veröffentlicht in: Feste

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