Ein Mann wird Vater und Mutter verlassen?

Gleich im ersten Buch Mose finden wir diesen Vers. Mitten im Paradies.

Wo doch böse Zungen behaupten, dass eben der paradiesische Zustand darin bestand, das es keine Schwiegermutter gab.

Gott schuf dem Mann eine Gehilfin, ein Wesen, was ihn ergänzen soll. Nachdem die beiden zusammen sind und der Mann in ihr staunend ein Gegenüber erkennt, was zu ihm passt, direkt danach kommt:

„Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.“ 1. Mose 2,24

Was ist hier aber passiert:

„Und Gott der JHWH baute ein Weib aus der Rippe, die Er von dem Mann nahm und brachte sie zu ihm.“ 1. Mose 2,22

Sie wurde aus ihm gebildet und zu ihm gebracht. Sie ist dazu da um ihn zu ergänzen.

Wieso kommen hier auf einmal Eltern uns Spiel?

Wer Eheberatung macht, der weiß, wie schwierig das sein kann zwischen den Eltern, Schwiegereltern und dem jungen Paar.

Auch ich kenne diese Schwierigkeiten und habe in den Anfangsjahren unserer Ehe wegen diesem Thema die meisten Tränen vergossen.

Mein Mann stammt aus einer Bauernfamilie. Ein schönes Gehöft, vererbt über viele Generationen. Starke, liebenswerte und gastfreundliche Menschen.

Mein Mann bat mich also dort einzuziehen und zögerlich willigte ich ein. Vor diesem Schritt war ich von vielen Seiten gewarnt worden und es ging auch nicht wirklich gut. Inzwischen sind 20 Jahre vergangen und ich habe verstanden, warum das so war.

Mein Mann und ich holten uns Rat und Hilfe und jedes Mal wurde dieser Vers zitiert, leider haben die Berater den Vers nicht ganz verstanden.

Es wird leicht der Eindruck erweckt, dass ein Mann sich räumlich von seinen Eltern entfernen sollte, eine Frau diesbezüglich aber tun und lassen kann, was ihr angenehm erscheint. Oder sogar gesagt, dass der Mann ja zu ihr ziehen sollte.

Ist das so?

Im 3. Buch Mose lesen wir:

„Wenn aber des Priesters Tochter die Frau eines Mannes wird, der nicht aus einer priesterlichen Sippe ist, so soll sie nicht von der Heiligen Opfergabe essen.“ 3. Mose 22,12

Ebenso steht geschrieben:

„Ein Priester soll sich an keinem Toten seines Volks unrein machen, außer an seinen nächsten Blutsverwandten: an seiner Mutter, an seinem Vater, an seinem Sohn, an seiner Tochter, an seinem Bruder, an seiner Schwester, die noch Jungfrau und noch bei ihm ist, die keines Mannes Frau gewesen ist.“ 3. Mose 21, 1 – 3a

Diese Verse sagen sehr deutlich, dass eine verheiratete Frau nicht mehr zu ihrer Familie gehört. Sie bekommt das heilige nicht mehr zu essen und sie wohnt nicht mehr dort. Und auch ihr Bruder der Priester ist nicht berechtigt zu ihrer Bestattung zu kommen. Offensichtlich gehört sie der Schrift nach nun zur Familie ihres Mannes. Und dort wohnt sie auch.

Das Wort ‚verlassen‘ ist asav. Es bedeutet loslassen, lösen.

An vielen Stellen steht es in dem Zusammenhang, dass das Volk Gott verlassen hat. Es hat nicht mehr auf Gott gehört, es hat Dinge getan, die nicht Gott ihm gesagt hat.

Der Fokus hier ist also nicht, dass der Mann seine Eltern physisch verlässt, sich unbedingt räumlich trennen muss, sondern dass er nicht mehr dem Wort der Eltern die höchste Bedeutung beimisst. Er lernt nun sich auf seine Frau einzustellen. Er soll sich von den Bedürfnissen seiner Eltern lösen und seiner Frau die höchste Priorität in seinem Leben einräumen.

Das hat mein Mann nicht gewusst. Wir wohnten bei seinen Eltern und er versuchte weiterhin, ihnen alles recht zu machen. Meine Bedürfnisse und meine Anliegen waren für ihn schwierig, weil sie denen seiner Eltern manchmal konträr gegenüberstanden und er war wütend auf mich und verlangte Anpassung. Ich fühlte mich allein gelassen und verraten und entfernte mich innerlich von meinem Mann. Ich errichtete Mauern zwischen uns um mich zu schützen und band mich enger an meine Herkunftsfamilie um mir die Unterstützung zu holen, die mein Mann mir nicht gab.

So entwickelte sich kein gutes Miteinander sondern eher ein Gegeneinander. Das ist nicht das, was Gott möchte. So hat er sich das zwischen Mann und Frau nicht vorgestellt. Deshalb kommt gleich zu Beginn der ehelichen Gemeinschaft, beim ersten Paar der Menschheit dieser Vers. Weil keine Einheit in der jungen Ehe entstehen kann, wenn man einander nicht die oberste Priorität einräumt, sondern noch Eltern um ihre Rechte kämpfen.

In solche Situation kommt man natürlich leichter, wenn man dort wohnt. Aber ich denke das ist nicht das Hauptproblem, sondern die innere Haltung.

Wir habe im 4. Buch Mose die Geschichte der Töchter Zelofhads. Der gute Mann hatte 5 Töchter und keinen Sohn. Die Töchter baten um ihr Erbe, als der Vater starb und Gott gewährte das auch. Jedoch lesen wir im 4. Mose 36, dass sie nicht außerhalb ihres Stammes heiraten sollten, weil sonst der Besitz an den Stamm ihres Mannes übergegangen wäre. Sie zählen dann nämlich zur Sippe ihres Mannes.

Ich denke, dass es im Grunde so üblich war, dass die Frau nach der Heirat zur Familie des Mannes zählte. Meist ist es ja auch so, dass sie seinen Namen annimmt. Sie kam unter sein Dach, zu SEINER Sippe.

Dieser Vers im 1. Buch Mose soll die Frau in dieser Position schützen. Er soll sie der Loyalität des Mannes versichern. Er muss nun auf sie mehr Rücksicht nehmen als auf seine Eltern. Sie vertraut sich ihm an. Wenn wirkliches Vertrauen wachsen soll, muss sie wissen, dass ihr Mann hinter ihr steht. Auch, wenn er sie nicht versteht.

Und sie hat ebenso ihre Herkunftsfamilie zu verlassen und sich ganz auf ihn einzustellen.

Das ist das, was die Bibel für ein Einswerden voraussetzt.

Und dann kommen all die Verse im neuen Testament, die wir uns teilweise schon angesehen haben. Er ist ihr Haupt. Er kümmert sich um sie und ihre Angelegenheiten, ihr Befinden ist ihm wichtig. Sie liebt ihn und respektiert seine Meinung. Wie schön hat der Schöpfer sich das ausgedacht. Noch sind wir aber alle am Üben und am Lernen.

Jeshua hat den Vater verlassen um seine Braut zu gewinnen und er wird uns zum Vater bringen. So groß ist das Geheimnis zwischen Mann und Frau schreibt der Apostel Paulus im Epheserbrief 5:

„Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen und die zwei werden ein Fleisch sein. Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf den Messias und die Gemeinde. Darum auch ihr: ein jeder habe lieb seine Frau wie sich selbst; die Frau aber ehre den Mann.“ Epheser 5, 31- 33

Jeshua war es so wichtig uns, seine Braut zu retten. Er liebte uns so sehr, dass er unsere ganze Sünde auf sich nahm und der Vater sich deshalb von ihm abwandte. Er identifizierte sich völlig mit uns.

So soll der Mann sich mit der Frau identifizieren und deshalb eventuell auch den Unmut der Eltern ertragen.

Sie soll ihn lieben und ihn achten und ehren. Ihm Respekt erweisen.

So wird es ein schönes Miteinander! Und so werden wir auch aneinander kleben, wie das Wort anhängen noch besser charakterisiert wird. Eine innige Verbundenheit soll sich bei dem Paar einstellen, das ist der Wunsch des Schöpfers.

Nun noch ein Wort für das

Happy-end: 🙂

Meine Schwiegereltern haben sich bei mir entschuldigt und wir haben heute ein sehr gutes Verhältnis. Auch ich musste um Vergebung bitten für manche Worte und Bitterkeit.

Ich bin dankbar, dass der Ewige mit uns allen so viel Geduld hat und wir lernen dürfen und wachsen….

Auch unsere Ehe hat den turbulenten Anfang gut überstanden und wir freuen uns aneinander und lernen immer noch einander zu lieben und unseren HERRN.

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Veröffentlicht in: Lehre

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