Was ist Wahrheit?

Passend zur Pessachzeit trägt unser Artikel den Titel: „Was ist Wahrheit?“ Passend deshalb, weil dieser – fast schon frustrierte – Ausruf von Pilatus stammt, als er Jeshua am Morgen verhörte.

Was ist Wahrheit? Fragen wir uns das nicht alle? In unserer informationsüberfluteten Zeit versuchen wir doch täglich herauszufinden: Was stimmt hier überhaupt?

Viele Menschen verlassen ihre Kirchen und Gemeinden, weil sie auf der Suche nach Wahrheit sind und diese dort nicht finden! Es ist eine traurige Zeit, in der wir leben.

Diese Zeit ist so kalt und so traurig, weil wir die Wahrheit verlassen haben. Und nun laufen alle leer und verwirrt herum.

Und suchen und suchen. Die Wahrheit. Wohl dem, der an der richtigen Stelle sucht! Es gibt nur eine richtige Stelle.

Schon David wusste es:

„Nun, JHWH, du bist Gott und deine Worte sind Wahrheit.“ 2. Samuel 7,28

„Die Rechte des JHWH sind Wahrheit, allesamt gerecht.“ Psalm 19,10

„Ich wandle in deiner Wahrheit.“ Psalm 26,3

„Ich habe erwählt den Weg der Wahrheit, deine Weisungen hab ich vor mich gestellt.“ Psalm 119,30

„Und nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit, denn ich hoffe auf deine Ordnungen.“ Psalm 119,43

„Alle deine Gebote sind Wahrheit.“ Psalm 119,86a

„Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit und dein Gesetz ist Wahrheit.“ Psalm 119,142

„Dein Wort ist nichts als Wahrheit, alle Ordnungen deiner Gerechtigkeit währen ewiglich.“ Psalm 119,160

Ich denke, dass wir klar erkennen können, was die Wahrheit ist. Gottes Wort und nichts anderes.

Wo finden wir diese Wahrheit heute aber noch?

In den Medien nicht! In der Politik auch nicht! Und in den Kirchen und Gemeinden leider auch nicht!

So können wir wie Jeremia ausrufen:

„Dies ist das Volk, das auf die Stimme JHWHs, seines Gottes, nicht hören noch sich bessern will. Die Wahrheit ist dahin und ausgerottet aus ihrem Munde.“ Jeremia 7,28

Johannes fordert uns auf:

„Solche sollen wir nun aufnehmen, damit wir Gehilfen der Wahrheit werden.“ 3. Johannes 8

Was die Wahrheit ist, haben wir gesehen: es ist Gottes Wort, seine Gebote und seine Ordnungen. Genau das, was heute verpönt und gesellschafftlich nicht anerkannt ist.

Aber auch für uns und in unserer Zeit gilt, was Paulus an Timotheus schreibt:

„Bemühe dich darum, dich vor Gott zu erweisen, als einen rechtschaffenen und untadeligen Arbeiter, der das Wort der Wahrheit recht austeilt.“ 2. Timotheus 2,15

Es ist ganz klar, dass Gottes Wort die Wahrheit ist und wir diese Wahrheit sagen sollen. Leider ist es aber so, dass sich immer weniger Christen überhaupt in Gottes Wort auskennen. Sie kennen die Wahrheit nicht und werden anfällig für Lügen. Hören Lügen, immer wieder, geben Lügen schließlich weiter. So haben wir einen Verfall in den Gemeinden, in den Christen, der beispiellos ist.

Jeshua sagte zu Pilatus:

„Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme.“ Johannes 18,37

Wer aus der Wahrheit ist. Wer Gottes Wort, seine Ordnungen und Gebote kennt und sie ernst nimmt, danach lebt, daraus gespeist wird! DER, der hört seine Stimme!

Wer ist das heute?

Es wird soviel verdrehtes Zeug gepredigt, dass es unglaublich ist!

Hier nur ein paar kleine Beispiele:

Es wird behauptet, dass Gott die Torah erst am Sinai gegeben habe, nur für Israel. Warum hielt dann Abraham die Torah? Es steht eindeutig geschrieben, dass Abraham die Torah hielt!

Gott selbst bezeugt nämlich:

„weil Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und gehalten hat meine Rechte, meine Gebote, meine Weisungen und meine torah. 1. Mose 26,5

Wenn Gottes Wort die Wahrheit ist, so lügen also Menschen, die etwas anderes behaupten.

Die Christen feiern Ostern und essen Hefezopf. Gott sagt aber folgendes:

„Hüte dich, dass du dich nicht verführen lässt , es ihnen nachzutun und dass du nicht fragst nach ihren Göttern und sprichst: Wie haben diese Völker ihren Göttern gedient? Ebenso will auch ich es tun! So sollst du dem JHWH, deinem Gott nicht dienen, denn sie haben ihren Göttern alles gestan, was dem JHWH ein Greuel ist und was er haßt.“ 5. Mose 30-31

Meinen Kindern wurde im Religionsunterricht immer gelehrt, dass es heidnische Feste sind mit heidnischen Symbolen: Ostern und Weihnachten. Da nimmt die Kirche kein Blatt vor den Mund.

Ist dann die Sache nicht klar?

„Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen. Schon am ersten Tag sollt ihr den Sauerteig aus euren Häusern tun. Wer gesäuertes Brot isst, vom ersten Tag an, bis zum siebenten, der soll ausgerottet werden aus Israel.“ 2. Mose 12,15

Also nichts mit Osterbrot und Hefezopf!

Nun kommen ganz schlaue und sagen: das gilt ja gar nicht für uns. Das gilt nur für die „Juden“.

Fragen wir die Wahrheit, Gottes Wort:

„Für die ganze Gemeinde gelte nur eine Satzung, für euch, wie auch für die Fremdlinge. Eine ewige Satzung soll das sein, für eure Nachkommen, dass vor JHWH der Fremdling sei wie ihr. Einerlei Gesetz, einerlei Recht soll gelten für euch und für den Fremdling, der bei euch wohnt.“ 4. Mose 15,15-16

„Und der Fremde, der sich dem JHWH zugewandt hat, soll nicht behaupten, JHWH wird einen Unterschied machen zwischen ihm und seinem Volk.“ Jesaja 56,3

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“ Epheser 2,19

So viele Lügen. Letztens habe ich gehört, dass Jemand sagte: Gott hat viele Herden und viele Ställe.

Jeshua selbst sagt aber:

„Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall, auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein.“ Johannes 10,16

Jeshua sagt es. Und er sagt von sich, dass er die Wahrheit bezeugt. Wenn Menschen also etwas anderes sagen, so ist es nicht wahr!

Was ich oft zu hören bekomme ist: „Unser Gott ist so groß, viel größer, als du dir vorstellen kannst.“

Das ist immer das „Totschlag – Argument“, wenn ich davon erzähle, dass Gottes Gebote, seine Richtlinien und Weisungen richtig und gültig sind.

Ja, unser Gott ist groß. Aber er hat vorgegeben, wie er angebetet werden möchte und ihm gedient werden soll. Wer bin ich, dass ich das eigenmächtig ändern möchte???

In christlichen Gemeinden wird oft vermittelt: Sünde ist, wenn du nicht lieb bist!

Na, das ist ja ein Brocken! Wann bin ich denn lieb? Laut christlicher Definition, wenn ich mit niemandem streite, ganz brav alles mache und noch mehr, immer mitarbeite und nichts hinterfrage.

Wenn diese Definition stimmen würde, dann wäre in der Bibel niemand „lieb“ gewesen. Die Glaubenshelden schon gar nicht!

Was sagt denn die Schrift dazu?

Jesus selbst antwortet:

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“ Matthäus 22,37-40

Wie lieben wir Gott?

Johannes schreibt uns:

„Das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten.“ 1. Johannes 5,3

Das bezeugt die ganze heilige Schrift:

„So sollst du nun wissen, dass der JHWH, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten.“ 5. Mose 7,9

„Nun Israel, was fordert JHWH, dein Gott, noch von dir, als dass du den JHWH, deinen Gott, fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem JHWH, deinem Gott, dienst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, dass du die Gebote des JHWH hältst und seine Rechte, die ich dir heute gebiete, auf das dir´s wohlgehe?“ 5. Mose 10, 12-13

Eindeutig verbindet Gott die Liebe damit, dass wir seine Gebote halten. Er sieht daran, dass wir ihn lieben!

Und natürlich möchte er, dass wir unseren Nächsten gut behandeln, aber auch hier zeigt sich Liebe, wahre Liebe darin, dass wir nach Gottes Massstäben hanldeln. In der Liebe ist auch Strenge vonnöten. Manchmal. Streit ist normal. Selbst Paulus hatte Streit. Aber wie streiten wir und wie gehen wir währenddessen miteinander um?

Ich wünschte, dass das gelehrt würde und nicht diese hohle, zuckersüße Liebe, unter deren Oberfläche es brodelt wie in einem Vulkan.

Auch gibt es immer wieder die Aussage, dass wir ja jetzt den Geist haben und die Gebote nicht mehr halten brauchen. Sondern dass der Geist uns lehrt und wir nur noch Liebe brauchen und alles läuft wie geschmiert. Was für eine Irrlehre. Wir sehen ja, wohin uns das gebracht hat, weit weg von Gottes Wort. Dabei sah Gottes Plan ganz anders aus:

„Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.“ Hesekiel 36,26

Na so etwas! Da sagt Gottes Wort doch genau das Gegenteil! Der Geist soll uns also näheer zu Gottes Geboten führen! Welcher Geist herrscht dann aber in den Gemeinden und Kirchen?

Wo fehlt euch noch die Wahrheit? Was erlebt ihr, was falsch gelehrt wird?

Ich möchte hier schließen mit dem Apostel Johannes:

„Ich habe euch nicht geschrieben, als wüßtet ihr die Wahrheit nicht, sondern ihr wißt sie und wißt, dass keine Lüge aus der Wahrheit kommt.“ 1. Johannes 2,21

Epheserbrief Teil II

Wir sind bei Kapitel 5 des Epheserbriefes angelangt und lesen nun gemeinsam weiter.

„So seid nun Gottes Nachfolger als die lieben Kinder.“ Epheser 5,1

In der Jubiläumsbibel von 1964 finden wir dazu folgende Anmerkungen:

„Des Apostels Sittenlehre ist überall aus dem Mark des Evangeliums hergeleitet und kann von keinem in Übung gebracht werden, der nicht in diesem Evangelium des Friedens steht.“ (K. Rieger) „Kinder sollen dem Vater und und dem Erstgeborenen nacharten, der des Vaters vollkommenes Ebenbild ist.“

Alexander Dietze brachte es gut auf den Punkt, in dem er sagte: Es steht nichts Neues im neuen Testament.“

Paulus erklärt uns den Tenach, er erläutert die Sachen, die Gott von uns möchte.

Und so betont Paulus es auch noch einmal, dass kein Unreiner, kein Götzendiener und Hurer in Gottes Reich kommen wird. Vater erbarme dich unser!

Selbst Scherze und Blödeleien sollen bei uns nicht gefunden werden. Aber deshalb sollen wir nicht unerträglich ernste Spassverderber sein, sondern Dankbarkeit soll es reichlich bei uns geben.

Nicht meckern, sondern dankbar sein für all das Gute in unserem Leben!

Meine Oma sagte immer:

„Danken schützt vor wanken, Loben zieht nach oben.“

Wir sollen uns von unreinen Dingen fern halten, auch nicht mitmachen. Denn deshalb kommt Gottes Zorn auf diese Erde. Und warum kommt er, was sagen die Propheten?

Der Zorn Gottes kommt, weil Gottes Gebote nicht gehalten werden.

„Die Erde ist entweiht von ihren Bewohnern; denn sie übertreten die Torah und brechen den ewigen Bund. DARUM frißt der Fluch die Erde und büßen müssen es, die darauf wohnen.“ Jesaja 24, 5-6a

In Epheser 5 Vers 10 steht es noch einmal:

„und prüfet, was da sei wohlgefällig dem Herrn.“

Wie können wir das prüfen? Anhand der Torah.

Schließlich sagt Jeshua selbst dem reichen Jüngling, dass er zum ewigen Leben eingehen kann, wenn er die Gebote hält.

„Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote.“ Matthäus 19, 17

„Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille.“ Epheser 5,17

Mir scheint, der Apostel kann es nicht oft genug sagen!

Wir nähern uns wieder der Pessachzeit und hier sehen wir es auch ganz deutlich:

Zuerst sollte das Blut des Lammes an die Türpfosten, und dann der Sauerteig raus, sieben Tage nur ungesäuertes Brot.

Wenn sie die ungesäuerten Brote gehalten hätten ohne das Pessachlamm zu befolgen, hätte es ihnen nichts genutzt, dann wären sie in der Nacht umgekommen. Zumindest der Erstgeborene.

Aber wenn sie die ungesäuerten Brote nicht gehalten hätten:

„Wer gesäuertes Brot isst, vom ersten Tag an, bis zum siebenten, der soll ausgerottet werden aus Israel.“ 2. Mose 12,15b

Das wäre also auch nicht gut ausgegangen.

So ist es auch bei uns. Ein Lebensstil nach Gottes Geboten ohne Jeshua nützt uns gar nichts! Wir wären nicht errettet!

Andersherum ist es wichtig, dass wir nachdem wir Jeshua, unser Pessachlamm angenommen haben, nach Gottes Willen leben.

Deshalb betont Paulus das immer und immer wieder!

„So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise.“ Epheser 5,15

In Epheser 5, ab Vers 21 stehen nun Verse, die in manchen Bibeln mit:

„Die christliche Haustafel“ überschrieben sind. Und das ist eine gute Beschreibung. Es geht um unser privates Leben, um unser ganz persönliches Zuhause.

Ich las einmal den Spruch, der mich sehr beeindruckte:

„Wenn Dein Christsein zu Hause nicht funktioniert, dann funktioniert es überhaupt nicht. Und Du hast keinen Grund es zu exportieren.“

Leider weiß ich nicht, von wem dieser schlaue Spruch stammt.

Aber viele Christen täten gut daran diesen Spruch zu befolgen. Da wird oft missioniert, weil man ja den Missionsbefehl nicht vernachlässigen möchte, aber zu Hause geht es drunter und drüber. Das ist falsch! Bitte, bringe erst dein Zuhause in Ordnung.

Auch Paulus sagt uns oft, dass es im Hause der Ältesten stimmen muss. Und bei jedem einzelnen Gläubigen sollte das Heim ein Ort des Lichtes und der Liebe und der Gottesfurcht sein.

Der Messias ist das Haupt von uns allen, wir sollen uns deshalb einander unterordnen, Rücksicht nehmen.

Das ist die Basis. Erst dann wird den Frauen gesagt, dass sie sich IHREN Männern unterordnen sollen. Das ist ein ganz freiwilliger Akt der Frau. Männer und Frauen haben in der Liebe ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Eine Frau möchte geliebt werden, ein Mann möchte anerkannt sein.

Ein Mann braucht es, dass eine Frau seine Meinung, seine Führung, seine Arbeit anerkennt.

Eine Frau braucht seine Liebe, sein Verständnis, seine Unterstützung. Das alles schreibt der ledige Apostel den Ephesern!

Mir scheint, er kannte sich sehr gut aus und diese Dinge haben nie ihre Gültigkeit verloren! Es ist Gottes ewig gültige Ordnung und wer sie beachtet tut wohl daran und wird belohnt mit einer guten Ehe.

Mann und Frau werden ein Leib, so sagt es uns bereits Gott auf den ersten Seiten der Schrift. Das legt die Priorität für alles fest!

Die Wünsche und Bedürfnisse deines Ehepartners stehen über allen anderen! Vor den Kindern, vor den Eltern. Und wir sollen unseren Ehepartner genau so lieben, und ihn so ansehen, wie unsere zweite Hälfte.

„Darum auch ihr: ein jeder habe lieb seine Frau wie sich selbst, die Frau aber ehre den Mann.“ Epheser 5,33

Kapitel 6

Dieses Kapitel geht nahtlos vom fünften über und behandelt weiter das häusliche Zusammensein.

Nun nachdem die Basis der Familie geregelt ist, kommt das Verhältnis Eltern/ Kind zur Sprache.

Das bedeutet: mit deiner Ehe legst
du das wichtigste Fundament für eine glückliche Familie! Zuerst muss es zwischen dir und deinem Partner stimmen, und danach ist die wichtigste deiner menschlichen Beziehungen, die zu deinen Kindern.

Die Kinder sollen den Eltern selbstverständlich gehorchen. Denn allgemein gehen wir ja davon aus, dass die Eltern das Beste für Ihre Kinder wollen.

Dieses Gebot ist dann von Gott sogar mit einer Verheißung, einer Belohnung belegt.

Umgekehrt sind dann die Väter und damit selbstverständlich beide Elternteile angesprochen, dass sie ihre Kinder nicht reizen, nicht ungerecht behandeln, sondern aufziehen in der Zucht und Ermahnung des Herrn. Damit ist ausgeschlossen, dass wir unsere Kinder belügen (wie es zu Weihnachten und Ostern geschieht), dass wir sie mutlos machen oder zu streng sind.

Wir sollen Verständnis haben und sie lieben und ihnen diese Liebe reichlich zeigen. Denn trotz aller guten Vorsätze sind wir alle Menschen, und wir müssen auch hier reichlich um Vergebung bitten.

Aber wenn sie sich geliebt wissen, dann hält die Eltern/ Kind Beziehung auch einige Fehler aus.

So regelt Paulus dann auch die Beziehung zwischen Sklaven und Herren. Wir können manches auf unser Arbeitsverhältnis beziehen:

„Tut euren Dienst mit gutem Willen, als dem Herrn und nicht den Menschen.“ Epheser 6,7

Wir sollen also auch auf Arbeit unser Bestes geben, als würden wir es für Gott tun und unseren Arbeitgeber nicht belügen oder bestehlen oder faul sein.

Und auch auf die Beziehung zu unseren Kindern können wir es anwenden:

„Denn ihr wisst,: Was ein jeder Gutes tut, das wird er vom Herrn empfangen, er sei Sklave oder Freier. Und ihr Herren , tut ihnen das Gleiche und lasst das Drohen; denn ihr wisst, dass euer und ihr Herr im Himmel ist, und bei ihm gilt kein Ansehen der Person.“ Epheser 6,8-9

Wenn du also drohst und schreist, dann behandelst du deine Kinder schlechter, als Paulus es für die Sklaven wünscht! Schlagen sollte sich von selbst verbieten!

Zuletzt bringt Paulus auch einige berühmte Verse: die geistliche Waffenrüstung.

Aber auch diese Waffenrüstung ist nichts Neues. Auch die gibt es fast genau so schon im Tenach, im alten Testament. Nämlich bei Jesaja.

Und zwar trägt hier Gott selbst diese Waffenrüstung, bzw. Jeshua, wenn er wieder kommt.

„Er zieht Gerechtigkeit an wie einen Panzer und setzt den Helm des Heils auf sein Haupt und zieht an das Gewand der Rache und kleidet sich mit Eifer wie mit einem Mantel.“ Jesaja 59,17

Übereinstimmend haben wir hier den Panzer der Gerechtigkeit und den Helm des Heils.

Wenn der Apostel aus dem Tenach zitiert ist es immer wichtig, sich den Zusammenhang anzusehen.

Es geht hier im Jesajatext darum, dass unsere Sünde sehr groß ist und wir sündig und abgefallen sind. Und dann kommt der Erlöser und kleidet sich so, wie wir es eben gelesen haben.

Die Sünde besteht zum Beispiel auch darin, dass die Wahrheit dahin ist und auf der Gasse zu Fall gekommen ist. Jesaja 59, 14 und 15

Wir aber sollen nun „umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit“ sein. Epheser 6,14

Auch die Füße werden bei Jesaja erwähnt: „ihre Füße laufen zum Bösen“ Jesaja 59,7

Wir aber sollen:

„an den Beinen gestiefelt, bereit, einzutreten für das Evangelium des Friedens“. Epheser 6,15

So möchte Paulus hier eine Umkehr des Jesajatextes erreichen. Jesaja: die Klage über Abfall und sündigen Abstieg. Wir aber sollen nun näher an Gott dran bleiben. In Wahrheit, Gerechtigkeit und vor allem im Gebet.

Das Schwert des Geistes ist übrigens das Wort Gottes. Vers 17

Hier sehen wir deutlich, dass der Geist nie etwas reden würde, was dem Wort Gottes widerspricht. Das geht einfach nicht. Deshalb muss auch jede Rede und was auch immer angeblich vom Geist ist, prüfbar sein, anhand der Schrift! Es MUSS damit überein stimmen!

Paulus ist demütig genug um auch um Gebet für sich selbst zu bitten. Er liegt gefangen in Ketten und wünscht sich eins: treu zu bleiben und mutig um das Geheimnis des Evangeliums zu verkündigen. Epheser 6,19

Auch den Kolossern schreibt er von diesem Geheimnis:

„Ihr Diener (der Gemeinde) bin ich geworden durch das Amt, das Gott mir gegeben hat, dass ich euch sein Wort reichlich predigen soll, nämlich das Geheimnis, das verborgen war seit ewigen Zeiten und Geschlechtern, nun aber ist es offenbart seinen Heiligen, denen Gott kundtun wollte, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich der Messias in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“ Kolosser 1, 25-27

Das ist das Geheimnis, dass der Messias selbst in uns lebt und uns Kraft und Vollmacht und Liebe gibt. Und das dieses wunderbare Vorrecht auch die Heiden bekommen können, wenn sie den Messias als ihren Herrn und Retter anerkennen.

Damit eckte der Apostel überall an und kann mir das Ausmaß seiner Bedrängnis, seiner Einsamkeit, seines Leidens nicht einmal ansatzweise vorstellen. Wie dankbar können wir diesem mutigen und liebevollen Mann sein, für alles, was er auf sich nahm. Auch, wenn manche seiner Äußerungen zu Missverständnissen geführt haben. So hat er doch wunderbare Arbeit geleistet und Gott treu gedient.

Nun ist die Zeit gekommen, dass Gott uns die Augen öffnet und wir die Wahrheit erkennen dürfen und uns wundern, warum unsere Vorfahren das nicht gesehen haben. Aber, es ist alles Gnade, wenn der Geist zu uns spricht und wir erkennen dürfen, dass ER unwandelbar ist und seine Meinung nicht ändert!

Epheserbrief – Der missverstandene Paulus

Paulus besuchte Ephesus auf seiner zweiten Missionsreise.

Dieser Brief scheint jedoch nicht speziell an die Gemeinde in Ephesus gerichtet zu sein, sondern an alle Gemeinden dort im Umkreis, wobei Ephesus als eine Art Muttergemeinde zu sehen ist.

Nachdem Paulus sich vorgestellt hat, beginnt er den Brief mit einer typisch jüdischen Segensformel, wie wir sie oft am Tag beten:

„Baruch ata adonai elohenu…..“

Er lobt Gott und dankt ihm für seinen Segen, den wir durch den Messias haben dürfen.

Paulus führt hier etwas aus, was sich lohnt einmal vor jüdischem Hintergrund zu betrachten:

Wenn ein Junge acht Tage alt ist, hat er seine Brit Mila, die Beschneidung, dadurch wird dieses Kind in den Bund mit Abraham aufgenommen und wird so ein Teil Israels. Dadurch hat das Kind teil an allen Verheißungen, die Israel gelten und es darf alles auf sich beziehen. Es ist der Beginn eines Lebens mit Gott. Nun muss er weiter wachsen und lernen, was Gott gefällt.

Das war das, was Paulus gelernt und gelehrt hat – bis zu seinem Damaskuserlebnis.

Nun weiß er, dass wir alle durch den Messias Jeshua aufgenommen sind in den Bund mit Abraham. Siehe Galater 3.

Dadurch werden wir auch zu einem Teil Israels und haben nun ebenfalls teil an allen Verheißungen. Aber auch hier gilt: das ist der Startschuss, nun gilt es weiter zu wachsen und zu lernen.

„In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit.“ Epheser 1,7-8

„In ihm (dem Messias) sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind anch dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens.“ Epheser 1,11

Und er erklärt, dass „nun auch ihr“ nämlich die Heiden, als sie gläubig wurden den heiligen Geist bekamen :

„welcher ist das Unterpfand unseres Erbes, zu unserer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit.“ Epheser 1,14

Damit ist der Grund gelegt: durch den Messias sind wir ein Volk, gehören zusammen und sind miteinander Erben.

Paulus hat von ihrer Bekehrung, ihrer Umkehr zum Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs gehört Und er betet für sie um Erkenntnis und Verständnis der Kraft Gottes. Er macht klar, dass Jeshua der Herr ist und das Haupt jeder Gemeinde, die aus gläubigen Juden und Heiden besteht, die ihn als Retter annehmen. Und jede Gemeinde ist sein Leib. Sein Körper, deshalb ist es so wichtig, diesen Körper rein zu halten und zu wissen, was gehört sich da und was nicht.

Kapitel 2

Spannend, vor Gott waren wir alle wie tot, durch unsere Übertretungen und Sünden. Auch hier sehen wir es, wie es Johannes schreibt: die Sünde ist die Übertretung des Gesetzes.

Das macht uns vor Gott wie tot, ja, Gott sagt sogar:

„Wer sein Ohr abwendet, um die torah nicht zu hören, dessen Gebet ist ein Greuel.“ Spüche 28,9

„Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit dem Messias lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr gerettet worden- “ Epheser 2,4-5

Dank sei Gott!

Wir sind im Glauben an den Messias wieder lebendig geworden und auferweckt und Gott wird uns den Reichtum seiner Gnade zeigen.

Wir sind gerettet worden durch Gottes Gnade. Den Messias kann sich niemand verdienen!

„Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Jeshua HaMashiach zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“ Epheser 2,10

Der Startpunkt ist im Messias, aus Gnade und Güte und nun wandeln wir in seinen Ordnungen, die er für uns, sein Volk aufgestellt hat! Das ist ein durch das mosaische Gesetz bestimmter Lebenswandel.

Die, die einst Heiden waren, in der Zeit, als sie Jeshua noch nicht kannten, waren ausgeschlossen von der Staatsbürgerschaft Israels.

Sie waren ausgeschlossen vom Bund der Verheißung, ohne Hoffnung und ohne Gott.

Ich finde es immer wieder interessant zu sehen, dass gelehrt wird, wir müssen nur an Gott glauben (in Form von einem blossen Für-Wahr-halten), dann sind wir gerettet und gehören zu ihm.

Das ist ganz fern von der Schrift! Die Dämonen glauben auch, so sagt es Jeshua und sind NICHT gerettet.

Unser Gott ist ein Gott der Bündnisse. Er gab Abraham, Isaak und Jakob die Bündnisse, dem Volk Israel und NUR wenn wir diesem Volk zugehörig gezählt werden, haben auch wir Anteil an den Verheißungen.

So sagt es Paulus hier: Ohne den Messias = kein Bürgerrecht Israels= fern vom Bund der Verheißung= kein Anteil= keine Hoffnung= kein Gott!

„Jetzt aber in Jeshua, dem Messias, seid ihr, die ihr einst Ferne wart, Nahe geworden durch das Blut des Messias.“ Epheser 2,13

Es gibt Theologen, die gerade diesen Abschnitt so erklären, dass sie sagen, dass das Gesetz Gottes, die Torah, die Trennwand zwischen Juden und Heiden war und Jeshua dieses Gesetz abgeschafft hat und damit die Trennung wegfällt.

Was für ein trauriger Irrtum.

Aus dem Judentum jener Zeit sind uns Sprüche überliefert, wie:

„Wer mit einem Heiden gemeinsam eine Mahlzeit einnimmt, dass ist genauso, wie mit einem Hund aus einer Schüssel zu essen.“

Die Heiden der damaligen Zeit lebten in furchtbarer Unordnung und Ausschweifung. Zumindest viele davon. Habgier, politische Intrigen, Mord, die griechischen Philosophen praktizierten Pädophilie und auch Homosexualität war weit verbreitet. Von den ganzen Götzenkulten einmal abgesehen.

Haben wir nicht auch Abscheu vor Menschen, die sich Kindern sexuell nähern?

So gab es im Tempel einen Vorhof der Heiden. Man wollte den Kontakt minimieren und den Tempel rein halten. Der Talmud schuf noch mehr Satzungen, wie man sich fern hält. Es gab wenige Rabbiner, die da anderer Meinung waren.

„Durch das Opfer seines Leibes hat er abgetan die Feindschaft des Gesetzes der Gebote in Satzungen, damit er in sich selber aus den zweien einen neuen Menschen schaffe und Frieden mache.“ Epheser 2,15

Das „Gesetz der Gebote in Satzungen“ ist ein Konstrukt, was nicht die Torah meint!

Es steht hier das griechische Wort: dogma. Es meint menschliche Gebote. Es steht zum Beispiel in Apostelgeschichte 17,7, wo von Geboten des Kaisers die Rede ist.

Laut der Torah gibt es zwischen Juden und Heiden keine Trennung, wenn ein Heide sich dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs anschliessen möchte, so muss er sich an die Torah halten, denn dasselbe Gesetz gilt für den Einheimischen und den Fremdling.

Das ist auch hier der Fall. Wer durch Jeshua hinzu kommt, gibt selbstverständlich seine heidnische Lebensweise auf und folgt Gottes Geboten. Das sehen wir noch einmal deutlich in Kapitel 4.

Neu ist, dass der Heide überhaupt „einfach so“ dazukommen darf. Ohne ein jahrelanges Procedere der Konvertierung und anschließender Beschneidung.

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jeshua HaMashiach der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn.“ Epheser 2,19-21

Alle zusammen dürfen nun in Gottes Haus leben, arbeiten und anbeten, aber es soll ein heiliger Tempel sein!

Es ist wirklich schade, dass die Heiden irgendwann diesen Bau übernommen und ein schandbares Bauwerk daraus gemacht haben. Die Juden können den Messias Jeshua gar nicht erkennen, wenn er ihnen von den Christen vorgestellt wird als ein gesetzbrechender Sünder. Das wäre er nämlich gewesen, wenn er gelehrt hätte, dass das Gesetz nicht mehr zu halten ist. Aber das tat er ja nie.

Wenn die Christen anfingen würden nach der Bibel zu leben, dann würden auch die Juden ihren Messias Jeshua erkennen können!

Der Bau ist nämlich erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, die allesamt, wie wir schon mehrfach sahen, verkündigen, dass Gottes Gebot ewig gilt und heilig ist. Ich weiß nicht, auf welchem Grund das heutige Christentum steht. Auf diesem jedenfalls nicht.

„Durch ihn werdet auch ihr miterbaut zu einer Wohnung Gottes durch den Geist.“ Epheser 2, 22

Wow! Gott will in uns wohnen. Haben wir Ehrfurcht vor diesem Gedanken? Wie sollte unser Leben aussehen, wenn Gott in uns wohnt und übereall mit dabei ist. Er hört jedes Wort, er sieht jeden Blick. Er sieht, was wir uns ansehen, was wir tun. Selbst unser Essen und trinken soll zu Gottes Ehre geschehen, so sagt die Schrift.

„Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre.“ 1. Korinther 10,31

Wir können aber nichts Unreines essen zu Gottes Ehre. Das funktioniert nicht.

Kapitel 3

Paulus wurde ein Geheimnis anvertraut. Das sagt er nicht nur hier in Kapitel 3, sondern auch im Schluss des Römerbriefes.

„Dem aber, der euch stärken kann gemäß meinem Evangelium und der Predigt von Jeshua HaMashiach, durch die das Geheimnis offenbart ist, das seit ewigen Zeiten verschwiegen war, nun aber offenbart und kundgemacht ist durch die Schriften der Propheten nach dem Befehl des ewigen Gottes, den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden.“ Römer 16, 25-26

Dieses Geheimnis ist ihm durch Offenbarung kundgemacht worden, so schreibt er es in Vers 3

Im Judentum wird nicht missioniert. Es besteht einfach eine zu große Diskrepanz zwischen dem, was Gott als seinen Willen offenbart hat und dem, was Menschen gewöhnlich tun wollen. Besonders Menschen, die es gewöhnt sind oft nur sich selbst als Masstab zu haben.

Deshalb sagt man im Judentum, das Menschen aus den Nationen, wenn sie sich interessieren für Gottes Wort die sieben Noachidischen Gesetze halten sollen und dann werden sie vor Gott schon als gerecht angesehen werden. Diese Gesetze werden neuerdings sogar interessierten Menschen von einigen Rabbinern gelehrt.

Es ist mühsam den Heiden Gottes Wort beizubringen. Es muss ein offenes Herz und ein fester Wille da sein. Gott als Schöpfer, König und absolute Autorität anzuerkennen, seinen Willen kennenzulernen und zu tun und zu lernen, sich etwas sagen zu lassen. Das erfordert auch viel Geduld von diesen Rabbinern und sie würden lieber Torah studieren und Austausch haben mit Gleichgesinnten.

Diese Heiden müssten ja dann schon gleich Ostern und Weihnachten sein lassen, weil zuerst natürlich Götzendienst verboten ist und Dinge zu halten, die anderen Göttern dienen. Das würden sie an diesen Festtagen aber tun.

Es ist also nicht so einfach. Paulus hat nun den Auftrag und Gottes Ja zu den Heiden in der Tasche und er muss losziehen und erklären, dass die Heiden dazugehören dürfen.

Er muss lehren und erklären, wie durch den Messias Jeshua nun auch Heiden Zugang haben und Miterben sind.

„Darum bitte ich, dass ihr nicht müde werdet wegen der Bedrängnisse, die ich für euch erleide, die für euch eine Ehre sind.“ Epheser 3, 13

Es ist eine Ehre, dass der gelehrte Superrabbi seiner Zeit, der eine große Karriere vor sich hatte diese aufgibt um Heiden zu lehren! Er hätte mit geschätzten Rabbinern in der Jeschiwa sitzen und Torah diskutieren können, ihm wäre Ehre und Ruhm sicher gewesen. Man hätte ihn sehr geschätzt und sich darum gerissen von ihm zu lernen. Er hätte mit Sicherheit seine eigene Jeschiwa eröffnen können. Stattdessen lehrt er Heiden.

Es erfordert viel von beiden Seiten. Deshalb mahnt Paulus hier auch dazu, nicht müde zu werden Gott kennen zu lernen, das Leben zu reinigen, die Lebensführung an den Willen des Vaters anzupassen. Und wenn man sieht, wie Paulus leidet deswegen, nicht bitter auf die Juden zu sein, die den Messias noch nicht erkannt haben.

Die Zeiten damals waren mit Sicherheit nicht einfacher als heute. Paulus war ein Pionier auf dem Gebiet und er war einer der wenigen, der eine klare Vorstellung davon hatte, wie Gottes Geheimnis nun eigentlich funktioniert.

Um da hineinzuwachsen, bittet Gott für die Gemeinde der Epheser um ein paar Dinge:

1. Kraft – stark zu werden innerlich, gefestigt. Epheser 3, 16

2. durch den Glauben möchte der Messias in allen wohnen und alle sollen in der Liebe eingewurzelt und gegründet sein Vers 17

3. dass sie die Liebe des Messias erkennen, der schließlich für alle sein Leben gab und so mit der ganzen Fülle Gottes erfüllt werden. Vers 19

Das sind essistenzielle Dinge. Wir werden nur innerlich gefestigt, wenn wir verstehen und lernen und reifen und wachsen. Das braucht Zeit und Geduld.

Wenn wir verstehen, dass der Messias in uns wohnt, dann tun und sehen und sagen und essen wir viele Dinge gar nicht erst.

Und wenn wir dann noch seine Liebe zu uns verstehen und annehmen können, dann fügt sich alles in uns zusammen und es entsteht etwas ganz Schönes. Dann fangen wir an seine Liebe weitergeben zu können. Aber auch erst dann!

Ich habe viele ausgebrannte Christen gesehen, die Liebe weitergeben wollten, die sie selber noch gar nicht angenommen und verinnerlicht hatten.

Kapitel 4

„So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid, in aller Demut und sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den anderen in Liebe. “ Epheser 4, 1-2

Die ersten 16 Verse von Kapitel 4 zeigen uns das Spannungsfeld in dem der Apostel lebte und in dem auch wir heute noch leben. Vers 13 beschreibt das sehr schön:

„bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes“

Wir haben alle einen Glauben an den Gott, der in der Schrift offenbart ist und an den einen Herrn Jeshua unser Messias, wir predigen die eine Taufe, die Mikwe, die zur Identifikation mit dem Messias und seinem Tod führt. Gott, der Vater steht über allem. Und wir bekommen alle Gaben geschenkt und Berufungen. wir dürfen einander dienen als Hirten, Lehrer, Evangelisten …

Diese Gaben sind nicht gegeben um uns selbst zu erbauen, wie es einige über die Zungenrede lehren, sondern:

„Dadurch soll der Leib des Messias erbaut werden.“ Epheser 4,12b

Aber zu einer Einheit sind wir leider noch nicht gelangt. Noch gibt es so viele verschiedene Meinungen. Wir sollten prüfen und miteinander ringen um die Wahrheit anhand der Schrift.

Und damit sollen wir sattelfest werden in der Schrift. Wenn wir uns mit anderen Meinungen auseinander setzen, so forschen und lernen wir und stehen dann innerlich fest.

„Damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen.“ Epheser 4,14

„So sage ich nun und bezeuge in dem Herrn, dass ihr nicht mehr leben dürft, wie die Heiden leben in der Nichtigkeit ihres Sinnes.“ Epheser 4,17

Hier sagt Paulus noch einmal ganz deutlich, dass die Heiden sich trennen müssen von ihrem bisherigen Leben. Und er führt es noch einige Verse weiter aus, wie fern das Leben der Heiden ist von einem Leben im Messias. Die Wahrheit ist in Jeshua. Und in ihm erkennen wir, wie wir als neue Menschen leben, in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Das alles kennzeichnet einen Lebensstil nach der Torah.

Galaterbrief Teil III

Lesen wir gemeinsam Kapitel 4.

Paulus erklärt hier noch einmal das Gesetz in einem anderen Vergleich.

Er sagt: stellt euch vor, ein adliges Kind, Erbe eines großen Anwesens. Er untersteht einem Erzieher, der ihn schult.

Unser Sohn arbeitet gerade in einer Firma.

Der Chef dieser Firma hat auch einen Sohn. Die Firma stellt große Glasfronten und Wintergärten her. Der Sohn dieser Firma macht eine Lehre als Metallbauer und macht in der Abendschule seinen Techniker. Der Vater lässt ihn das Handwerk von Grund auf lernen.

Eines Tages wird ihm diese Firma gehören, aber jetzt lernt er genau, was er nicht tun darf und was er tun soll. Und damit er nicht irgendein Unheil anrichtet, untersteht er Ausbildern und Lehrmeistern.

Wenn er fertig ist und vielleicht selbst Chef dieser Firma, dann ist er davon frei, aber wird er natürlich doch sorgsam alles einhalten, was er gelernt hat!

Diese Regeln verlieren selbstverständlich nicht ihre Wirksamkeit, aber er wird dann freiwillig und ohne Kontrolle das tun, was richtig und gut ist.

Er hat dann die Freiheit richtig zu handeln.

Oder unser kleiner Sohn. Sehr gerne würde er jeden Tag fast food essen. Aber wir sagen ihm, dass das nicht geht, weil es nicht gut für ihn ist.

Später kann er sich von seinem Geld Pommes und Burger kaufen, soviel er will, aber ich hoffe doch, dass er dann gelernt und verstanden hat, dass es nicht gut ist. Es ist doch nicht so, dass fast food dann gut für ihn wäre.

So ist es auch hier:

„So auch wir: Als wir unmündig waren, waren wir in der Knechtschaft der Mächte der Welt.“ Galater 4, 3

Wir hatten Gelüste und Ideen und durch das Gesetz lernen wir, ist das gut oder nicht. Aber heute will man das gar nicht mehr lernen, man will tun, was man möchte, so wie die Kinder es wollen.

Der Erzieher wurde sozusagen „rausgeschmissen“ und man will nicht auf ihn hören. Damit haben wir immernoch Kinder, aber sehr ungehorsame Kinder, die wohl nicht viel Segen und Belohnung erwarten dürfen.

Das Gesetz ist gut. Es nützt uns. Es zeigt mir, was Sünde ist.

Aber das Gesetz hatte nicht die Macht mich davon frei zu machen. Vom etwas begehren und nehmen zum Beispiel oder vom Neid.

Durch das Gesetz erkenne ich nur, dass es Sünde ist. Es ist ein Spiegel, sagt Paulus, der uns zeigt, wo das Problem ist.

Nun kommt Jeshua und trägt unsere Sünde und er hat die Macht uns davon frei zu machen!

Er allein schafft das, wozu das Gesetz doch nie imstande war.

„Und jeder Priester steht Tag für Tag da und versieht seinen Dienst und bringt oftmals die gleichen Opfer dar, die doch niemals die Sünden wegnehmen können. Dieser aber hat ein Opfer für die Sünden dargebracht und sitzt nun für immer zur Rechten Gottes.“ Hebräer 10, 11-12

Nun sind wir die Kinder und können zu Gott rufen und wir haben den Geist, der das Gesetz in unser Herz schreibt und verankert und Jeshua, der uns frei macht von aller Sünde.

Und dabei sind wir Erben. Erben von Abrahams Verheißung. Bis jetzt ist das alles noch nicht erfüllt. Abraham hat das Land nie besessen, Gott hat es ihm und seinen Nachkommen aber versprochen und Paulus erklärt, dass wir hineingenommen sind in dieses Versprechen.

Vers 8 stellt noch einmal klar, dass die Galater Götzendiener waren.

Es gibt etliche Untersuchungen darüber. Die Galater haben Zeus angebetet, aber sie hatten noch keltische Zusatznamen dazu. Sie verehrten auch Stiere. In der Apostelgeschichte wird all das bestätigt. Paulus wird von ihnen als Zeus und Barnabas als Hermes verehrt und sie kränzten Stiere.

„Aber zu der Zeit, als ihr Gott noch nicht kannte, dientet ihr denen, die in Wahrheit nicht Götter sind.“ Galater 4, 8

Nun kommen 2 Verse, die vielfach missverstanden worden sind. Das Christentum hat diese Verse so ausgelegt, dass sie sich jetzt wieder der torah zuwenden und die Feste Gottes feiern und Paulus dagegen spricht.

Wenn man auch nur mit etwas gutem Willen genau liest, erkennt jeder, dass das nicht sein kann!

„Nachdem ihr aber Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch dann WIEDER den schwachen und dürftigen Mächten zu, denen ihr von neuem dienen wollt? Ihr haltet bestimmte Tage ein und Monate und Zeiten und Jahre.“ Galater 4, 9-10

Wieder wenden Sie sich schwachen Mächten zu. Also wie vorher. Wir sahen also, dass die Galater Heiden und Götzendienst waren!

Ausserdem würde Paulus Gottes Gebote und Gott selbst niemals als schwache und dürftige Macht bezeichnen!

Das wäre ja Gotteslästerung!

Es gibt ausserbiblische Bericht, dass die Galater sehr abergläubisch waren. Sie beobachteten zum Beispiel deen Vogelflug und leiteten Omen daraus ab.

Paulus sagt hier also: kein Aberglauben! Keinen Glauben, der selbst alles kontrollieren und erreichen will. Ein Glaube ohne Jeshua, ohne Vertrauen.

Er sagt hier niemals: feiert nicht den Shabbat und die Feste!!!! Das ist ein sehr großer Irrtum! Denn Paulus sagt schon zwei Verse weiter:

„Werdet doch wie ich…“ Vers 12

Und Paulus hielt die Feste, sie waren ihm sehr wichtig!

So sagt er in Apostelgeschichte 18, 21, dass er gerne wieder kommen möchte, aber auf jeden Fall das kommende Fest in Jerusalem sein muss.

Seine leibliche Schwäche, die er in Galater 4,14 erwähnt, war wahrscheinlich ein Augenleiden.

Dafür sprechen folgende Verse:

1. Korinther 16,21

Kolosser 4,18

2. Thessalonicher 3,17

und auch Galater 4,15 und Galater 6,11.

Nun kommt ein spannender, aber leider meist unverständlicher Vergleich.

Er schreibt hier von zwei Frauen Abrahams. Sara und Hagar.

Hagar kann man auf arabisch mit Berg übersetzen. Er erklärt hier also, dass man diese Frau Hagar mit dem Berg Sinai vergleichen kann. Hagar kam aus Ägypten, so sagt es uns die Schrift in 1. Mose 16,1.

Hagar ging auch mit ihrem Sohn Ismael wieder nach Ägypten und nahm ihm auch eine ägyptische Frau. So lesen wir es in 1. Mose 21,21

Dieser Sohn entstand aus mangelndem Vertrauen auf Gott. Sara hatte die Idee es besser zu machen und Gott etwas nachzuhelfen.

Das Volk Israel kam ebenfalls aus Ägypten, aus der Knechtschaft. Und Gott möchte sie frei machen. Er tut viele Wunder um sie zu befreien ud sie zu seinem Volk zu machen. Dazu bekommen sie auch das Gesetz der Freiheit, die Torah. Aber das Gesetz ist nicht nur auf Tafeln aus Stein geschrieben, sondern es erreicht auch ihre steinernen Herzen nicht. Sie glauben Gott nicht und gehorchen ihm nicht!

Sie machen sich ein goldenes Stierbild, OBWOHL sie vorher! das Gebot bekommen haben, sich kein Bild zu machen!

Sie wollen selber machen, sie denken, dass sie eine bessere Idee haben.

Das ist Knechtschaft. Wenn ich aber tue, was Gott sagt, weil ich ihn liebe und ihm vertraue, dass es gut ist, das ist Freiheit und so ist auch Isaak entstanden.

Das ist dann das neue, das geistliche Jerusalem. Das ist der neue Bund von dem Jeremia spricht (Jeremis 31,31.)

Dann haben wir nämlich kein steinernes, sondern ein fleischernes, ein beschnittenes Herz.Davon spricht Hesekiel:

„Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.“ Hesekiel 36,26-27

Das hat Gott sich so gewünscht, das war sein Plan.

„Und diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen.“ 5. Mose 6,6

Sie sollen uns ein Herzensanliegen sein.

Wir sollen nicht zu dem Weg zurück, uns selbst etwas erarbeiten zu wollen und unsere eigenen Ideen zu verfolgen, wie Gott uns retten könnte und Gefallen an uns haben könnte.

Wenn ich konvertiere und Gesetze halte und mich beschneiden lasse um legalistisch zu leben und Jeshua nicht als Retter annehme und starr und lieblos etwas tue, so ist das falsch!

„Denn in Jeshua HaMashiach gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.“ Galater 5, 6

Es geht um unsere Beziehung zu ihm!

Der Glaube, der aus Liebe seine Torah hält, das ist richtig!

Wenn ich dann erkenne, ach, ich bin der Tempel des heiligen Geistes und Jeshua und der heilige Geist leben in mir und ich sehe, dass es verboten war Schwein zu opfern, Gott ein richtiges Greuel, dann möchte ich in meinem Tempel auch kein Schwein „verbrennen“ und nicht Jeshua und dem heiligen Geist Schwein geben.

Das tue ich, weil ich ihn liebe.

Paulus predigt, dass wir durch Jeshua gerettet werden und durch nichts sonst! Wenn rabbinische Gruppen meinten, dass die Erlösung durch Jeshua nichts ist und nicht ausreicht, so ist das ganz falsch und übel.

Und diese Leute sollen sich am besten gleich ganz verschneiden lassen, dann dürften sie nämlich gar nicht mehr die Versammlungen ud Synagogen besuchen. Eunuchen war es verboten zum Tempel zu gehen.

Paulus meint damit, dass sie er die Nase von ihnen voll hat.

„Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt; sondern durch die Liebe diene einer dem andern.“ Galater 5,13

Also: halte die Torah durch Liebe und den Geist!

Und er erklärt, dass Fleisch und Geist gegeneinander sind. Das merken wir in uns.

Wir müssen versuchen dem Geist immer mehr Raum zu geben. Das Fleisch reagiert schnell beleidigt und möchte dann auch streiten oder rächen, aber der Geist in uns mahnt zu Besonnenheit und Liebe. Wen füttern wir? Wer regiert uns? Das ist ein Prozess.

Wenn früher oft das Fleisch gewonnen hat, so wird immer öfter der Geist gewinnen! Der Geist will aber immer das, was die Torah sagt!

Paulus führt in Vers 20 und 21 auf, was das Fleisch so hervor bringt.

Und dann sagt er, was die Früchte des Geistes sind:

„Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies ist das Gesetz nicht.“ Galater 5,22-23

Also das, was der Geist wirkt, stimmt immer mit der Torah überein!

Und so sollen wir leben.

In Kapiel 6 gibt Paulus noch einmal Anweisungen, wie wir gut leben und wachsen im Glauben.

Wir sollen füreinander Verantwortung übernehmen. Wir sollen dem Anderen helfen.

Viele Menschen weisen darauf hin, dass in der Bibel steht, dass wir einander ermahnen sollen und sie nehmen diese Aufgabe gerne wahr. Das ist nicht ganz richtig. Wir sollen zurechthelfen mit sanftmütigem Geist. Niemals von oben herab. Und voller Liebe füreinander sein, nicht Fehler suchen!

„Einer trage des anderen Last, so werdet ihr die Torah des Messias erfüllen.“ Galater 6,2

In 1. Korinther 9,21 setzt Paulus die Torah Gottes mit der Torah des Messias gleich und im Judentum weiß man, dass der Messias die Torah auslegen, erweitern und anwenden wird. Und genau das hat Jeshua getan.

Es ist dasselbe Gesetz, die Torah, und wir sollen sie nun noch mit den Erweiterungen die Jeshua gegeben hat, halten.

Es gab im Judentum immer wieder die Frage, wie klein man alle Gebote zusammenfassen kann.

Im Talmud ist überliefert (Makkot 23b – 24a) dass R. Simlaj vortrug, dass Mose 613 Mizwot überliefert wurden: 365 Verbote und 248 Gebote. David setzte sie alle auf 11 herab im Psalm 15. Jesaja verkleinerte auf 6 (Jesaja 33,15. Micha auf 3, Micha 6,8.

Jesaja dann widerum auf 2: Recht und Gerechtigkeit, Jesaja 56,1

Amos auf 1: Forscht nach mir!

Das gibt wieder, dass die anderen Gebote alle ihre Gültigkeit behalten, aber darin enthalten sind. So sind auch in der Torah des Messias alle anderen enthalten.

„Ein jeder aber prüfe sein eigenes Werk; und dann wird er seinen Ruhm bei sich selbst haben und nicht gegenüber einem anderen.“ Galater 6,4

Wir haben einen Grund hier zu sein. Gott hat uns geschaffen, so wie wir sind und bestimmte Träume und Begabungen in uns hineingelegt. Er hat einen Auftrag für uns.

Und wir sollen uns nicht vergleichen und andere nachahmen oder versuchen es dem anderen Recht zu machen. Sondern wir sollen unsere Arbeit vor Gott und für Gott tun und uns selbst prüfen, ob wir in unserer Berufung sind.

„Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten.“ Galater 6, 8

Wenn wir tun, wonach uns gerade ist und immer unser Fleisch füttern, so wird da nichts Gutes draus.

Gebt dem Geist Raum, der uns hilft die Torah zu leben!

„Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen.“ Galater 6,9

Dazu wollen wir uns immer wieder anspornen, nicht nachzulassen, IHN zu suchen und Gutes zu tun! Amen.

Galaterbrief Teil II

Wenn wir über den Galaterbrief sprechen, müssen wir uns noch etwas ansehen: das Wort: „Gesetz“.

Das hebräische Wort Torah ist meist mit Gesetz übersetzt. Unglücklich formuliert. Besser ist: Weisung.

Im griechischen ist es meist mit nomos übersetzt.

Bei David Stern lernen wir, dass wir hier noch etwas zu beachten haben.

Er zitiert in seinem „Kommentar zum jüdischen neuen Testament“ zwei christliche Bibelforscher, die schon vor etlichen Jahren herausfanden, dass es zu der Zeit, als Paulus lebte und diese Briefe schrieb, keinen griechischen Ausdruck dafür gab, wenn jemand das Gesetz zu einem Regelwerk verkommen ließ, es mechanisch hielt, legalistisch.

C.E.B. Cranfield wird so zitiert:

„Das bedeutet, dass der Apostel keine Terminologie vorfand, mit der er einen entscheidenden Untrschied im Umgang mit dem Gesetz hätte deutlich machen können, und deshalb bei der Definition der christlichen Haltung gegenüber dem Gesetz vor großen Problemen stand. Angesichts dessen sollten wir stets im Auge behalten, dass paulinische Aussagen, die auf den ersten Blick das Gesetz herabzusetzen scheinen, in Wirklichkeit nicht gegen das Gesetz selbst gerichtet sind, sondern viel eher gegen das Mißverstehen und den Mißbrauch des Gesetzes, für die wir heute Bezeichnungen besitzen. Paulus war gleichsam ein Pionier auf diesem schwierigem theologischen Gebiet. Wenn wir diesem Umstand Rechnung tragen, werden wir uns nicht mehr so leicht von einer gewissen Unschärfe der Aussagen, der wir hier und da begegnen, verwirren oder irreleiten lassen.“ (C.E.B. Cranfield, The international Commentary Romans, 1979, S.853)

Selbst wenn wir heute Worte besitzen, wie Cranfield schreibt, merke ich doch auch, wie schwer es fällt, das zu beschreiben, obwohl ich auf meiner Muttersprache schreibe und wir Worte dafür haben.

Wichtig ist, dass man sich vor Augen hält, dass es nicht darum geht, ob wir das Gesetz halten, sondern wie wir es halten.

Und wie wir bereits in Teil I sahen, war der Experte Paulus dafür der richtige Mann, um diese Sache zu klären.

David Stern schreibt zusammenfassend:

„Ich behaupte daher, dass „erga nomou“ niemals Werke sind, die in Befolgung der Torah, wie Gott sie eigentlich gemeint hat, getan werden, sondern immer Werke, die infolge der Entstellung der Torah zu seinem Regelsystem vollbracht werden und angeblich auf mechanische, automatische, legalistische Weise erfüllt werden können, ohne Glauben zu haben, ohne Gott zu vertrauen, ohne Gott oder die Menschen zu lieben und ohne vom Heiligen Geist Kraft zu bekommen.“ (David Stern, Kommentar zum jüdischen neuen Testament, 1996 S. 326)

Diese Haltung gibt es nicht nur bei Juden, sondern auch bei Christen. Und das gab es schon ganz früh. Pessach durfte nur gefeiert werden, wenn es im Jahr nach dem Osterfest kam. Die Einführung des Sonntags und andere Regeln, die nicht biblisch sind, aber gehalten werden müssen, obwohl damit biblische Weisungen, Gottes Weisungen übertreten werden.

Wir sollen selbstverständlich die Torah halten, aber unser Herz macht den Unterschied! Das versucht Paulus zu sagen. So komisch es auch klingt, wir können die Torah befolgen in einer Weise, dass wir genau dadurch die Torah brechen.

Die Torah sagt doch:

„Nun, Israel, was fordert JHWH, dein Gott noch von dir, als dass du JHWH, deinen Gott fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und JHWH, deinem Gott, dienst von ganzem Herzen und von ganzer Seele.“ 5. Mose 10,12

Und auch im Schˋma Israel beten wir es und Jeshua zitiert es:

„Höre Israel, JHWH ist unser Gott, JHWH ist eins. Und du sollst JHWH, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.“ 5. Mose 6,4-5

Wenn wir das Wort Gottes befolgen um Punkte zu verdienen und unsere Erlösund selbst zurecht zu basteln, dann verletzen wir die Torah, weil wir Gott damit nicht lieben. Das ist aber das höchste Gebot der Torah, sagt Jeshua, als er von Schriftgelehrten nach dem höchsten Gebot gefragt wird. Und er antwortet genau mit diesem Sch´ma Israel:

„Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften.“ Markus 12, 29-30

Wenn du das tust, dann hältst du doch selbstverständlich seine Gebote!

Kapitel 3

„O ihr unverständigen Galater, wer hat euch bezaubert, dass ihr der Wahrheit nicht gehorchet, welchen Jeshua HaMashiach vor die Augen gemalt war, als wäre er unter euch gekreuzigt?“ Galater 3,1

Welcher Wahrheit gehorchen sie nicht?

„Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit.“ Psalm 119,142

Sie gehorchen der Torah nicht!

Paulus fragt sie, ob sie den Geist durch genaue Befolgung der Torah bekommen haben. Nein! Das haben sie nicht, das konnten sie doch noch gar nicht. Durch Glauben und Vertrauen zu Gott, den Opfertod des Messias annehmend, geschieht unsere Errettung. Und dadurch bekommen wir den Geist!

Dann bringt Paulus Abraham ins Spiel.

„Erkennt also: die aus dem Glauben sind, das sind Abrahams Kinder.“ Galater 3,7

Was hatte es mit Abraham auf sich? Gott sagt zu Isaak:

„Und durch dein Geschlecht sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, weil Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und gehalten hat meine Gebote, meine Weisungen und meine Torah.“ 1. Mose 26,4b-5

Und Gott sagt auch:

„Denn dazu habe ich ihn (Abraham) auserkoren, dass er seinen Kindern befehle und seinem Hause nach ihm, dass sie die Wege des JHWH halten und tun, was recht und gut ist, auf dass der JHWH auf Abraham kommen lasse, was er ihm verheißen hat.“ 1. Mose 18,19

Nun haben wir eine ungefähre Vorstellung davon. Abraham war Gott gehorsam, er hielt seine Torah, also die Weisungen, die er bis dahin hatte. Er hielt den Shabbat, einige Opfer waren bekannt und vieles mehr.

Und seine Berufung ist es Gottes Wege seinen Nachkommen weiterzu geben.

In den Heiden, die nun gläubig werden sehen wir diese Verheißungen erfüllt.

„Erkennt also, die aus dem Glauben sind, das sind Abrahams Kinder. Die Schrift aber hat es vorausgesehen, dass Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum verkündigte sie dem Abraham: In dir sollen alle Heiden gesegnet werden.“ Galater 3,7-9

Nun sagt Paulus in Vers 10 das, was ich vorhin versucht habe zu erklären: wer die Torah ohne Liebe hält, mechanisch, erga nomou: Werke des Gesetzes, der bricht die Torah und ist unter dem Fluch:

„Verflucht sei jeder, der NICHT bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er es tue!“ Galater 3,10

Wenn ich die Torah NICHT halte, stehe ich also unter dem Fluch.

Durch das Gesetz wird niemand gerecht, das geschieht nur, wenn wir Gott glauben. Aber der Glaube wird sichtbar, wenn er echt ist.

Damals erkannte man den Glauben daran, dass Abraham das tat, was Gott sagte. An seinem Gehorsam.

Heute glauben wir Gott, indem wir Jeshua als unseren Messias annehmen, der uns von dem Fluch des Gesetzes erlöst hat, vor den Konsequenzen der Gesetzesübertretung!

Das Gesetz ist doch niemals selbst ein Fluch!

Und dann tun wir das, was Gott gesagt hat, halten das Gesetz, denn:

„der Mensch, der es tut, wird dadurch leben.“ Galater 3, 12 aus 3. Mose 18,5

Paulus sagt ja auch selbst:

„So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut.“ Römer 7,12

Im Galaterbrief sind wir immernoch beim 3. Kapitel. Ab Vers 15 erklärt Paulus folgendes:

„Liebe Brüder, ich will nach menschlicher Weise zu euch reden:

Man hebt doch das Testament eines Menschen nicht auf, wenn es bestätigt ist, und setzt auch nichts dazu.“

Abraham bekam von Gott die Verheißung und es wurde ein sehr starker Bund geschlossen.

Wer dazu mehr wissen will, lese gerne den Artikel: „Die Bündnisse“

Hier nur noch einmal ganz kurz: ein typischer Brauch der damaligen Zeit war es einen sehr starken Bund zu schließen, indem die Bündnispartner durch zerteilte Tierhälften hindurch gingen.

Das wird auch in den Propheten erwähnt, dass sie das taten und dabei deutlich machten, dass sie so zugerichtet werden mögen, wie diese Tiere, wenn sie den Bund brechen sollten.

Bei Abraham geschah etwas Aussergewöhnliches: Abraham ging nämlich gar nicht durch. Er schlief einen sehr tiefen Schlaf und Gott durchschritt diese Tierhälften und schloss diesen Bund. Nachzulesen in 1. Mose 15

Das ist die Verheißung, dass wir alle zu Abraham gehören und Erben sind.

„Was soll dann das Gesetz? Es ist hinzugekommen um der Sünden willen, bis der Nachkomme da sei, dem die Verheißung gilt und zwar ist es von Engeln verordnet durch die Hand eines Mittlers.“ Galater 3,19

Wir sahen bereits, dass Abraham die Torah hielt. Was kam dann auf dem Sinai dazu?

Was kam durch die Hand des Mittlers Mose, was vorher nicht da war?

Es kamen die Gesetze zur Sündenvergebung, die Stiftshütte. All das gab es erst nach dem Sinai.

Dieses Gesetz macht aber nicht lebendig. Es ist gekommen, damit wir die Sünde erkennen und einen Zuchtmeister haben. Zuchtmeister sind zur Bestrafung da. Durch die Strafen wissen wir doch erst, wie ernst eine Sache ist.

Das lernen wir alles durch das Gesetz der Opfer.

Nun ist der Messias unser Opfer geworden und wir sind nicht mehr unter dem Zuchtmeister, also unter den Strafen des Gesetzes. Aber das Gesetz gilt immer noch!!!

„Wie hat er sein Volk so lieb! Alle Heiligen sind in deiner Hand. Sie werden sich setzen zu deinen Füßen und werden lernen von deinen Worten. Moshe hat uns die Torah gegeben, das Erbe der Gemeinde Jakobs.“ 5. Mose 33,4

Die Torah ist vieles, ein Geschenk, ein Erbe, man lese nur einmal Psalm 119.

Aber niemals ist sie ein Fluch! Wer so etwas sagt, versündigt sich!

Der Messias sollte die Torah unter die Völker bringen und das hat er eigentlich getan. Durch ihn haben wir die Torah unter den Heiden. Aber sie wollen sie nicht haben!

„Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden das Recht aufrichte; und die Inseln warten auf seine Torah.“ Jesaja 42,4

„Dem JHWH hat es gefallen, um seiner Gerechtigkeit willen, dass er seine Torah herrlich und groß mache.“ Jesaja 42,21

„Denn das Gebot ist eine Leuchte und die Torah ein Licht, und die Vermahnung ist der Weg des Lebens.“ Sprüche 6,23

Ja, es steht sogar geschrieben:

„Wer sein Ohr abwendet, um die Torah nicht zu hören, dessen Gebet ist ein Greuel.“ Sprüche 28,9

Haben wir deshalb so wenige Gebetserhörungen?

Sein Wort ist für Ewig und sein Gesetz gilt! Alles andere wird vergehen, aber Gottes Wort vergeht nicht. Deshalb sollten wir unseren Focus immer wieder auf sein Wort, auf seine Torah richten!

Abraham übrigens, bekam die Verheißung, aber er hat das Land nicht bekommen. Wir gehören zu seinen Kindern und sind nun Erben durch den Messias.

„Gehört ihr aber dem Messias an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben.“ Galater 3,29

Der Galaterbrief Der missverstandene Paulus

Mit dem Galaterbrief werden wir uns intensiv befassen. Ich glaube, kaum ein anderer Brief wurde so gründlich missverstanden.

Wir haben in den vorangegangenen Artikeln schon ein paar Grundlagen gelegt, die uns hier helfen werden.

Die Galater – eine interessante Geschichte, waren Kelten. Kelten, die kämpferisch und kriegerisch bis nach Delphi gezogen waren, um es einzunehmen. Sie wurden in die politischen Geschicke verwickelt und siedelten mehr oder weniger friedlich seit Jahrhunderten dort. Sie nannten sich selbst Galtai. Deshalb wurde das Gebiet Galatien genannt.

Selbst 400 nach Christus ist noch belegt, dass sie in diesem Gebiet keltisch sprachen.

Paulus besuchte dieses Gebiet auf seiner ersten Missionsreise. Antiochia in Pisidien, Ikonion, Lystra, Derbe waren Städte in diesem Gebiet.

Er besuchte dort die Synagogen, wie in jeder Stadt. Es gab dort Juden und Gottesfürchtige, also Heiden, die sich dem Gott der Juden angeschlossen hatten. Die kamen zum Glauben und es entstanden Gemeinden.

Paulus hat diesen Brief entweder noch in Ephesus verfasst oder auf der Reise nach Korinth.

Es war eine schwierige Zeit für ihn. In Korinth gab es jede Menge Ärger und Probleme. Er wartete auf Titus und suchte ihn.

Diese Umstände spürt man dem Brief ab. Er ist verfasst ohne viele freundliche Floskeln. In Eile geschrieben, um wichtige Punkte zu klären.

Vielleicht ist das ein Punkt, warum er so missverstanden wird. Paulus schrieb diesen Brief in Eile, er wurde schon früher oft missverstanden und hatte Schwierigkeiten sich verständlich auszudrücken – das haben wir anhand einiger Bibelverse bei den Korintherbriefen schon geklärt- und nun kommen wir: 2000 Jahre später aus einer ganz anderen Kultur und Zeit und wollen ihn verstehen?

Kapitel 1

Die Einleitung ist knapp. Begrüßung und Lob Gottes in fünf Versen und dann geht es auch schon los:

„Mich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasst von dem, der euch berufen hat in die Gnade des Messias, zu einem anderen Evangelium, obwohl es doch kein anderes gibt; nur dass einige da sind, die euch verwirren und wollen das Evangelium des Messias pervertieren.“ Galaterbrief 1, 6-7

Von wem lassen sie sich abwenden? Wer hat sie berufen?

„Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jeshua HaMashiach, unseres Herrn. “ 1. Korinther 1, 9

Wir halten also fest:

Gott, der Vater, hat sie berufen in das Evangelium des Messias. Von dem, lassen sie sich abwenden durch ein paar Leute, die das Evangelium pervertieren und Ärger machen.

„Aber auch wenn wir, oder ein Engel vom Himmel euch ein anders Evangelium predigen würden, daß anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht.

Wie wir eben gesagt haben, so sage ich abermals: Wenn jemand euch ein Evangelium predigt, anders als ihr es empfangen habt, der sei verflucht.“ Galaterbrief 1, 8-9

Der sei verflucht! Wie kann dieser liebevolle Apostel so etwas schreiben? Und das zweimal?

Das kann ich euch ganz genau sagen! Weil er sich im Einklang mit der Schrift befindet!

Gott sagt durch Mose in der Torah ganz klar:

„Wenn ein Prophet oder Träumer unter euch aufsteht und dir ein Zeichen oder Wunder ankündigt und das Zeichen oder Wunder trifft ein, von dem er dir gesagt hat, und er spricht: Laß uns anderen Göttern folgen, die ihr nicht kennt, und ihnen dienen, so sollst du nicht gehorchen den Worten eines solchen Propheten oder Träumers; denn JHWH, euer Gott, versucht euch, um zu erfahren, ob ihr ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele liebhabt. Dem JHWH, eurem Gott, sollt ihr folgen und ihn fürchten und seine Gebote halten und seiner Stimme gehorchen und ihm dienen und ihm anhangen.“ 5. Mose 13

Das Kapitel geht so weiter und beschreibt, auch wenn dein Bruder oder dein Sohn oder deine Frau in deinen Armen oder ein Freund…. irgendeiner – dir etwas anderes erzählt, als Gottes Wort sagt, der sollte getötet werden. So wie Paulus sagt, er sei verflucht!

Das war der Grund, warum Paulus Gefallen am Tod Stephanus hatte und es richtig fand. Er wollte Gott damit dienen.

Er dachte, dass es gegen die Torah ist. Bis Jeshua ihm begegnete und er drei Jahre forschte und studierte, wie alles zusammenpasst und was Gottes Plan ist. Das was er da herausbekam, das lehrt er jetzt.

Aber alles, was er lehrt, darf niemals gegen die Torah sein! Sonst wäre er selbst dieser Strafe schuldig und hätte sich selbst verflucht!

Er redet das, was Gott sagt und nicht, was Menschen hören wollen:

„Predige ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen gefällig zu sein? Wenn ich noch Menschen gefällig wäre, so wäre ich nicht der Knecht des Messias.“ Galaterbrief 1,10

„Denn ich tue kund, liebe Brüder, daß das Evangelium, das von mir gepredigt wird, nicht von menschlicher Art ist.“ Galater 1,11

Es ist keine menschliche Doktrin, keine Lehre, die er sich ausgedacht hat. Es ist das wahre Wort Gottes und die Offenbarung Jeshuas.

Er war ein ausgebildeter Pharisäer, sehr orthodox, man vermutet, dass er schon Mitglied des Sanhedrins war, als Stephanus gesteinigt wurde. Zumindest war er bereits damals sehr angesehen und gelehrt, so dass er seine Altersgenossen weit übertraf.

Gott hat ihn von Mutterleib an berufen und ihn ausgesondert um den Heiden das Evangelium zu verkünden. Denkt da überhaupt einer drüber nach, der behauptet, dass das Gesetz nicht mehr gilt?

Gott nimmt den gebildetsten und gelehrtesten Mann seiner Zeit im Gesetz – wohlgemerkt – um was genau verkünden zu lassen?? Das Gesetz ist abgeschafft?? Das ergibt doch gar keinen Sinn! Paulus war nicht nur ein Gelehrter der Torah, sondern er:

„eiferte über die Maßen für die Satzungen der Väter.“ Galater 1,14b

Das bedeutet, er kannte sich bestens aus in der mündlichen Torah. Im Judentum gibt es den Glauben, dass Gott am Sinai die Tafeln der Gesetze gab. Die bekamen alle zu hören, das ganze Volk.

Dann gab Gott Mose noch Anweisungen, die er aufschreiben sollte und es soll dann auch noch mündliche Anweisungen gegeben haben, die weitergegeben wurden. Die wurden erklärt und mit vielen verschiedenen Sichtweisen beleuchtet und diese kannte Paulus alle!

Ihm waren zig Sichtweisen bekannt, bestimmte Torahstellen auszulegen und anzuwenden. Ein unglaubliches Wissen !

Gott gebraucht diesen Mann – mit diesen Fähigkeiten, um zu erklären, WIE das Gesetz angewendet werden sollte!

Das ist der Punkt!

Nachdem er alles erarbeitet und erforscht hatte, zog er er nach Jerusalem und traf Petrus und Jakobus. Die anderen messianischen jüdischen Gemeinden, die an Jeshua glaubten, kannten nicht einmal sein Gesicht! Sie sahen ihn nämlich nicht, sondern hörten nur von ihm. Was Paulus damit sagt ist, dass er alles mit Gott und der Schrift abgemacht hat und es kein Gremium gab um ein Evangelium zurecht zu basteln.

Kapitel 2

Erst vierzehn Jahre später zog er dann wieder nach Jerusalem mit Barnabas und Titus. Und er besprach demütig in einer Haltung, die Korrektur annimmt das Evangelium, was er predigt.

Mich erstaunt und berührt diese Demut sehr!

er besprach sich:

„…mit denen, die das Ansehen hatten, damit ich nicht etwa vergeblich liefe oder gelaufen wäre.“ Galater 2, 2b

Er klärt ab, ob er richtig liegt und richtig gelehrt hat.

Schauen wir uns die Verse 3-10 an:

Titus, ein Grieche wurde nicht gezwungen, sich beschneiden zu lassen.

Er wurde nicht gezwungen. „Anagkazõ – bedeutet, jemanden mit Gewalt zu zwingen, oder zu überreden. Das wurde mit Titus nicht gemacht!

Wir haben bereits im Artikel: „Das Evangelium“ gesehen, dass beschlossen wurde, dass die Erwachsenen, die zum Glauben kamen, sich nicht beschneiden lassen mussten. Dennoch durften sie das tun. Darum geht es hier nicht unbedingt.

Im messianischen Königreich, wenn Jeshua wieder hier ist und regiert, wird kein Unbeschnittener der Tempel besuchen dürfen:

„Darum spricht Gott JHWH: Es soll kein Fremder mit unbeschnittenem Herzen und unbeschnittenem Fleisch in mein Heiligtum kommen von allen Fremdlingen, die unter den Israeliten leben.“ Hesekiel 44,9

Wenn du an Jeshua glaubst, dich damit Israel angliederst, dann wirst du eines Tages beschnitten werden auch am Fleisch, wenn du das Heiligtum besuchen willst.

Aber es ist kein Zwang. Wichtiger ist dein Herz, was im Messias beschnitten ist!

Es ist aber auch nicht verboten! Durch eine Beschneidung fällt niemand aus der Gnade! Das ist völliger Blödsinn! Du kannst dich beschneiden lassen aus zum Beispiel medizinischen Gründen. Dazu gibt es viele Gründe und Vorteile. Kein Problem.

ABER: lässt du dich beschneiden, als ein Zeichen, weil du zum Judentum konvertierst, DANN haben wir ein Problem. Das sehen wir später noch. Für den Moment also: Titus wurde nicht gezwungen. Timotheus hingegen ließ sich von Paulus beschneiden.

Es hatten sich falsche Brüder eingeschlichen um unsere Freiheit auszukundschaften, die wir im Messias haben. Was haben wir für eine Freiheit im Messias? Wir gehören zu Gott – ob Jude oder Heide. Wir halten das Gesetz der Freiheit ohne Furcht vor Strafe. Was das bedeutet, dazu auch später.

Und wir haben Vergebung der Sünden durch Jeshua, wenn wir das Gesetz übertreten.

Die das Ansehen hatten – das waren früher einfache Fischer gewesen. Aber Paulus sagt, das macht nichts! Vor Gott gilt das alles nicht, was Jemand ist, oder wieviel Jemand hat, Gott sieht das Herz an.

Gott sieht dein Herz, mein Herz, ob wir ihm glauben und das umsetzen wollen, was er uns zeigt.

Nun wird klar festgelegt, Paulus hat die Salbung den Unbeschnittenen das Evangelium zu bringen und Petrus der Beschneidung, so steht es wörtlich da.

Petrus dient den Juden und Paulus den Heiden.

Über die Qualifikation hatten wir bereits gesprochen. Paulus hatte die höhere Gelehrsamkeit aber weniger persönliche Erfahrung mit dem Messias. Für die Mission unter den Heiden ist es nämlich wichtiger, sie an Gottes Wort heranzuführen, sie die Maßstäbe Gottes zu lehren.

Petrus hatte deutlich weniger Gelehrsamkeit, aber er war drei Jahre mit dem Messias unterwegs gewesen. Das prädestinierte ihn zur Mission unter den Juden, die die Schrift längst kannten, aber den Messias gezeigt bekommen mussten.

Und natürlich ist es in jedem Fall wichtig, dass alle gemeinsam an die Armen denken und die versorgen, die sonst niemanden haben.

Kommen wir zu den Versen 11 – 21.

Gehen wir dafür zurück zu Apostelgeschichte 10.

Dort sehen wir Petrus, den Juden und Kornelius, den Heiden, der im Konvertierungsprozess stand. Er hielt den Shabbat, feierte die Feste, betete zu den vorgeschriebenen Zeiten und fastete und hielt die Speisegebote, aber er hielt alle die rabbinischen Anweisungen.

Petrus braucht deutliche Zeichen von Gott um dorthin zu gehen und Kornelius zu lehren. Gott zeigt ihm dreimal den Tallith mit allerlei unreinem Krabbeltier. Der Tallith ist der jüdische Gebetsschal. Die Tiere zumindest zum Teil unrein. Ihm wird gesagt, dass er das, was Gott für rein erklärt, nicht unrein nennen soll.

Wenn also ein Heide umkehrt zu dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs – sich in den Gebetsschal hüllt (bildlich gesprochen), dann ist er rein, auch wenn er vorher unrein war für einen Juden.

Petrus betritt also dieses Haus des Kornelius, wobei er erklärt, dass das für ihn als Juden eigentlich undenkbar war.

Petrus möchte Gott gehorsam sein, er hält die Torah. Was sind die Schwierigkeiten für ihn, das Haus eines Heiden zu betreten?

Schon das ist ein Punkt, den viele Chrristen heute nicht verstehen. Sie vertreten so verkorkste Meinungen, wie: die Juden müssten dann Christen werden, wenn sie an Jeshua glauben.

Im Gegenteil! Ein Jude, der zum Glauben an Jeshua kommt, wird erst recht ein Jude!

Also, in der Torah war es klar verboten, sich mit den Heiden einzulassen:

„Hüte dich, einen Bund zu schließen mit den Bewohnern des Landes, damit sie, wenn sie ihren Göttern nachlaufen und ihnen opfern, dich nicht einladen und du von ihrem Opfer essest und damit du für deine Söhne ihre Töchter nicht zu Frauen nehmest und diese dann ihren Göttern nachlaufen und machen, dass deine Söhne auch ihren Göttern nachlaufen!“ 2. Mose 34,15-16

Damit war eine Freundschaft schon mal weitest gehend ausgeschlossen. Um diese Einladungen zu vermeiden.

Wir sahen bereits, dass diese Sachen von den Rabbinern noch verschärft wurden um ganz sicher zu gehen und so hieß es dann: möglichst keinen persönlichen Kontakt.

Dann gibt es noch die Speisegebote. Kein Schwein, kein Kaninchen, sowieso kein Blut und kein Kälbchen, was in der Milch seiner Mutter gekocht wurde.

Auch das wurde noch verschärft. Keine fleischigen und milchigen Produkte zusammen verzehren, nur im Abstand von einigen Stunden (je nach Richtung des Judentums variieren die Stunden), und schließlich gab es getrenntes Geschirr für Fleischprodukte und Milchprodukte. Wie kannst du in einem heidnischen Haushalt essen, wenn du doch nicht sicher sein könntest, ob diese Dinge eingehalten wurden?

Ich denke, dass kein Christ sich vorstellen kann, welchen Stellenwert die rituelle Reinheit für einen Juden hatte und teilweise noch hat.

Viele Häuser, die ausgegraben werden, hatten private Mikwen, Tauchbäder, um die rituelle Reinheit jederzeit wieder herstellen zu können. Auch nach einem solchen Tauchbad war man nicht sofort rein.

Es war wichtig, diese Reinheit aufrechtzuerhalten. Sonst konnte man zum Beispiel nicht zum Tempel um anzubeten. Ausserdem setzte man durch manches Verhalten das ganze Volk einer Gefahr aus. Man riskierte die Reinheit des ganzes Volkes. Es ist nicht Privatsache, ob jemand Gottes Gebote übertritt. Spätestens seit Achans Diebstahl (Josua 7) war das klar.

So, nun kommen wir zurück zum Text. Petrus ging also zu Kornelius nach seiner Offenbarung und bekannte:

„Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.“ Apostelgeschichte 10,34-35

Er bekam aber sofort Ärger für diese Aktion:

„Und als Petrus hinaufkam nach Jerusalem, stritten die gläubig gewordenen Juden mit ihm und sprachen: Du bist zu Männern gegangen, die nicht Juden sind und hast mit ihnen gegessen!“ Apostelgeschichte 11,2-3

Deswegen gab es richtig Streit. Petrus war keiner, dem Konflikte lagen, er war ein harmoniebedürftiger Mensch, so hatte er, trotz der Offenbarung von Gott, Probleme damit, das durchzuziehen!

Was konnte einem im Haus von Heiden passieren? Was ist, wenn du einem Juden einen selbstgebackenen Kuchen schenkst? Er wird ihn nicht essen!

Woher soll er wisssen, dass du die Kaschrut Gesetze einhältst? War in der Teigschüssel, vorher irgendwann vielleicht einmal Fleisch?

Hast du zum Backen vielleicht ein braunes Ei verwendet und nicht auf den kleinen Blutfleck geachtet?

Hast du den Ofen gründlich gesäubert nachdem ein Fleischgericht darin war? Und vieles mehr. Ein Jude verliert dadurch seine Reinheit, so ist es gelehrt.

Versteht ihr, was das für eine Überwindung war für Petrus mit den Heiden zusammen zu sein? Erfuhren das die Juden, waren sie böse auf ihn und er wurde als unrein angesehen.

Es ist also so, dass Petrus mit den Heiden Gemeinschaft hat. In diesem Punkt lebt er nicht mehr wie ein Jude. Er fürchtet nicht mehr die rituelle Verunreinigung durch die Heiden – durch die gläubig gewordenen Heiden wohlbemerkt, die sich ja so verhalten sollten, dass sie den Juden keinen Anstoß geben.

Nun kommen also einige der Frommen aus Jerusalem – von Jakobus – wird hier gesagt und Petrus bekommt Angst und sagt seine Verabredungen ab. Er zieht sich zurück, und das bleibt nicht unbemerkt. Er verletzt die heidnischen Geschwister dadurch.

Paulus ist die Mission der Heiden anvertraut. Deshalb muss er hier öffentlich eingreifen, sonst droht diese Gemeinschaft zu zerbrechen.

Petrus zwingt durch sein Verhalten unbewusst die Heiden dazu zu konvertieren, wenn sie Gemeinschaft mit ihm haben wollen. Er macht deutlich, dass sie ja doch noch nicht ganz richtig sind. Das der Messias also nicht ausreicht.

Das kann Paulus so nicht stehen lassen. Mache ich Giur, konvertiere ich also, so muss ich nämlich die mündliche Torah, Talmud und Gemara usw. der Schrift mindestens gleichgestellt betrachten und wenn ich Jeshua als den Messias bekenne, so ist ein konvertieren in den meisten Fällen ausgeschlossen.

Im Moment kommen wir in eine neue Zeitepoche und auch orthodoxe Rabbiner kommen zum Glauben an Jeshua, aber so waren und sind zum größten Teil die Bedingungen.

Paulus ist da ganz klar und sagt, so etwas muss nicht sein! Warum sollen die Heiden gezwungen werden jüdisch zu leben, wenn Petrus selbst doch erkennt, dass wir durch den Messias gerettet sind. Das Gesetz rettet nicht und das Regelwerk der Rabbiner auch nicht. Obwohl Teile daraus durchaus gut und lebenswert sind. Paulus lehrte sie auch und regt zur Befolgung einiger an.

„So steht nun fest, liebe Brüder, und haltet euch an die Traditionen….“ 2. Thessalonicherbrief 2, 15

(Auch hier wird das griechische Wort ‚paradosis‘ verwendet, es steht für diese Satzungen der Väter, die Traditionen, die mündliche Torah.)

Also, es ging hier nie darum, dass Petrus wie ein Heide gelebt und Schweinefleisch gegessen hätte!

Es geht darum, dass es uns nichts nützt uns zu einem Regelwerk zu bekehren und zu bekennen, denn das bedeutet das konvertieren.

Du verpflichtest dich Gebete zu sprechen in festgelegter Reihenfolge zu festgelegten Zeiten und Waschungen durchzuführen und vieles, vieles mehr. Es ist ein System, was auf starren Regeln beruht und nicht auf Vertrauen.

Wir sollen uns aber zu unserem Gott bekehren, dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Unser Herz soll bei ihm sein. Wenn wir dann die Gebete beten, soll unser Herz dabei sein und nicht, weil es jetzt Vorschrift ist, es zu tun.

Das Regelwerk zu erfüllen im Bewusstsein der Konsequenzen, immer aus Angst vor der Strafe. Wir sind aber unter der Gnade, indem Jeshua alle unsere Übertretungen gesühnt hat. Deshalb produzieren wir nicht ständig neue Übertretungen. Gott bewahre! Aber wir können leicht und voller Liebe seine Gebote halten.

Paulus schreibt:

„Ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe. Ich bin mit dem Messias gekreuzigt.“ Galater 2,19

Gemäß dem Gesetz gab es für Gesetzesübertretungen, Sünde – ein Opfer. Ich identifiziere mich mit dem Tod Jehuas, so wie damals eine Identifikation mit dem Opfer stattfand, als die Menschen ihre Hände auf den Kopf des Opfertieres stützten.

Wir können wie Paulus sagen: Wir sind durch das Gesetz dem Gesetz gestorben. Die Angst vor Strafe gibt es bei uns nicht mehr! Das alles beweist doch aber nur, dass das Gesetz als Prüforgan sehr wohl gilt!

Wenn ich den Führerschein bestanden habe, reiße ich doch auch nicht den Tacho aus dem Auto heraus. Im Gegenteil, ich darf nun fahren, achte aber darauf, wie ich fahre!

„Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern der Messias lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und hat sich selbst für mich dahin gegeben.“ Galater 2, 20

Ich werfe sie nicht weg, die Gnade. Natürlich nicht!

Das Gesetz macht mich nicht gerecht. Es zeigt mir nur meine Ungerechtigkeit. Gerecht macht mich nur der Messias. Das ist Gnade!

Er trug meine Schuld!

Johannes schreibt es so:

„Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.“ 1 Johannesbrief 4, 17b -18

Durch die Liebe Jeshuas sind wir frei vor Strafe. Diese Liebe zu erkennen und die Gebote Gottes trotzdem ernst zu nehmen, das wollte Paulus vermitteln!

Der II. Korintherbrief Teil II.

Wir starten ab Kapitel 6 zu lesen.

Wow! Was für ein Vorbild! Paulus dient Gott treu in allen möglichen Widrigkeiten. In Ängsten und in Nöten und in Geduld und Freundlichkeit trotz all diesem.

Ich habe schon Mühe mit Geduld und Freundlichkeit, bei meinen heutigen Kopfschmerzen! Eine gute Gelegenheit zu üben!

Es gibt Theologen, die heute verkünden, dass Krankheit, Not und Angst nicht gottgewollt sind und wir das nicht zu haben brauchen.

Hat Paulus nicht richtig geglaubt?

Ich denke das, was uns erzählt wird, ist oft so verdreht. Wahrheit und Lüge sind so geschickt miteinander vermischt, dass es für uns schwierig ist, das zu trennen. Natürlich will Gott uns helfen und natürlich kann Gott auch noch heilen!

Aber: Gott ist kein Automat. Und wir können Gott auch nichts befehlen! Wie gesagt, es ist viel Lüge mit Wahrheit vermischt!

Paulus jedenfalls hatte jede Menge Kummer, Traurigkeit, Ängste, Krankheit, Verleumdung und vieles mehr. Und trotzdem war er ein Mann des Glaubens. Ein Mann der Liebe, wie wir in den folgenden Versen sehen.

Er wirbt um sie mit solch liebevollen Worten! Er möchte sie gewinnen, einen Lebenstil der Heiligung in ihnen wecken:

„Spannt euch nicht in ein Joch gemeinsam mit Ungläubigen. Denn wie können Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit Partner sein? Welche Gemeinschaft hat das Licht mit der Finsternis?“ 2. Korintherbrief 6,14

Gerechtigkeit – auch hier wieder die Art und Weise, wie wir durch Jeshua gerettet, die Torah halten. Und dem gegenübergestellt die Gesetzlosigkeit.

Das passt nicht. Man kann befreundet sein, sich treffen und vieles machen, aber ein Joch bedeutet: gemeinsam eine Firma zum Beispiel oder eine Ehe. Gemeinsam etwas voranbringen. Das wird nicht funktionieren, wenn für den Einen Gottes Wort der Maßstab ist, und für den anderen eben nicht.

Heute merken wir diesen Riss sogar in Gemeinden. Es funktioniert nicht, wenn einige Gottes Wort ernst nehmen wollen und andere nicht.

Wir lasen als Fazit in einem Gemeindebrief unserer Region:

„Die Bibel und das Leben heute sind zwei verschiedene Dinge.“

Wenn das die Meinung deines zukünftigen Partners ist, dann wird euch eine gemeinsame Basis fehlen. Und wenn das die Haltung deiner Gemeinde ist, dann wirst du dort nicht mehr lange bleiben können.

Und so sagt Paulus dann auch:

„Wir aber sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Darum geht aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr; und rührt nichts Unreines an, so will ich euch annehmen und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige Herr.“ Verse 16-18

Wir hassen Konflikte und Trennungen. Aber manche sind durchaus gottgewollt.

Kapitel 7

„Deshalb, meine lieben Freunde, laßt uns, weil wir solche Verheißungen haben, uns reinigen von allem, was Körper und Geist verunreinigen kann, und strebt danach vollkommen heilig zu sein, aus Ehrfurcht vor Gott.“ Vers 1

Heiligung – ein Wort, was heute wenig benutzt wird. Ernst Modersohn sagte damals noch: „Zur Heiligung predigte ich das Gesetz.“

Was auch sonst? Immer gründlicher in den Spiegel des Wortes Gottes schauen und sehen, was Gott gefällt! Das ist ein Leben in der Heiligung. Ein Prozess, ein Fortschreiten.

Paulus ist erfreut, dieses Fortschreiten in der Gemeinde zu sehen und freut sich, dass sein Brief vielleicht traurig gemacht hat, aber doch geholfen hat, wieder einige Dinge in Ordnung zu bringen.

Kapitel 8

Hier geht es wieder um die Geldspende, die wir im ersten Korintherbrief auch schon hatten. Die Korinther betrieben diese Sammlung als stetige Sache, seit einem Jahr, das sieht man an den Versen 8,10 und 9,2.

Wichtig auch für uns, dass wir Geld abgeben, spenden, Not lindern, den Zehnten geben. Manchmal ist es nicht so einfach, wohin man das verantwortungbewusst gibt. Wir dürfen Gott bitten, uns zu zeigen, was er damit möchte. Eine gute Sache sehe ich in den Holocaustüberlebenden. Wir haben sie nicht mehr lange unter uns und es ist eventuell eine kleine Möglichkeit etwas wieder gut zu machen. Aber das ist meine private Meinung. Es gibt soviel Leid: Gläubige, die verfolgt werden, Kinder die hungern und vieles mehr.

„Nicht, dass die andern gute Tage haben sollen und ihr Not leidet, sondern dass es zu einem Ausgleich komme.“ Vers 13

„Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.“ Kapitel 9,6

Er sagt, dass alle Gabe doch von Gott kommt und Gott uns überreich dafür belohnen kann.

Woher weiß er das? Alles aus dem Tenach!

„Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht JHWH Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.“ Maleachi 3,10

„Ehre JHWH mit deinem Gut und mit den Erstlingen all deines Einkommens, so werden deine Scheunen voll werden und deine Kelter von Wein überlaufen.“ Sprüche 3,9-10

Kapitel 10

Paulus kämpft – doch nur im Dienst Gottes. Er wird persönlich angegriffen und versucht doch seine Befindlichkeiten hinter dem Dienst zurückzustellen. Man merkt ihm an, es geht um Gottes Wort und er verteidigt sich nur soweit, dass er versucht zu sagen, dass er „würdig“ ist Gottes Wort zu predigen. Er kommt sich lächerlich dabei vor und will dieses Rühmen nicht. Aber er möchte klar stellen, dass das was er gesagt hat, nicht vergeblich war, dass es Gewicht hat.

Es gab auch damals schon Menschen, die Selbstbeweihräucherung betrieben und es gab sie auch in Gemeinden.

„Wir wagen es nicht, uns mit jemandem von den Leuten, die sich selbst empfehelen, gleichzusetzen oder zu vergleichen. Indem sie sich untereinander messen und sich untereinander vergleichen, sind sie ganz einfach dumm. Wir werden uns nicht dessen rühmen, was ausserhalb des Bereiches der Arbeit liegt, die Gott uns gegeben hat; wir werden uns vielmehr innerhalb des uns zugeteilten Bereiches rühmen, und dieser Bereich erstreckt sich bis auf euch.“ „. Korinther 10,12-13

Es gibt Leute, die sind stolz und nehmen sich wichtiger und ihre Leistung, als Gottes Wort. Sie messen ihre Wichtigkeit und ihre Heiligkeit. Paulus findet das einfach dumm.

„So möge sich jeder, der sich rühmen will, Adonais rühmen; denn nicht der, der sich selbst empfiehlt, ist der Billigung würdig, sondern der, den der Herr empfiehlt.“ Vers 17

Gott ist der, der alles bewirkt, dem wir alles verdanken und in dem wir sind. Amen!

Kapitel 11

Paulus spricht hier wieder in einem Term der Torah:

Am Sinai fand eine Feier statt, dass fortan Israel als Gottes Braut und seine Frau bezeichnet wird. Das haben wir vor allem in der „Ephraim – Reihe“ erklärt. Die Tafeln der Gebote waren eine Ketuba, ein Ehevertrag.

Israel brach den Bund und Mose zerschmetterte die Tafeln, als Zeichen für den gebrochenen Bund.

Durch Jeshua unseren Messias haben wir einen neuen Bund.

„Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun“ Hesekiel 36,26-27

Das ist der neue Bund, angekündigt durch die Propheten und hier ist es sehr schön dargestellt. Der alte Bund, auf den steinernen Tafeln und die steinernen Herzen, die den Bund brechen.

Der neue Bund durch die Liebe des Messias und den Geist sind fleischerne Herzen, die gerne Gottes Gebote halten.

Paulus hat ihnen diesen Bund gewiesen und sie wieder als Braut dem Messias zugeführt.

Der neue Bund und diese einfache und reine Hingabe an den Messias beeinhaltet nichts anderes als das, was wir in Jeremia 31, 31 sehen: folge dem Messias und halte durch den Geist die Torah.

Nun, wie wurde Eva verführt? „Sollte Gott gesagt haben…????“

Und auch hier wird nun ein anderes Evangelium verkündigt. Wir wissen welcher Art das andere Evangelium war:

„Darum, meine Lieben, während ihr darauf wartet, seid bemüht, dass ihr vor ihm unbefleckt und untadelig im Frieden befunden werdet, und die Geduld unseres Herrn erachtet für eure Rettung, wie auch unser Lieber Bruder Paulus nach der Weisheit, die ihm gegeben ist, euch geschrieben hat. Davon redet er in allen Briefen, in denen einige Dinge schwer zu verstehen sind., welche die Ungelehrten und Leichtfertigen verdrehen, wie auch die anderen Schriften, zu ihrer eigenen Verdammnis. Ihr aber, meine Lieben, weil ihr das im Voraus wißt, so hütet euch, daß ihr nicht durch den Irrtum dieser gesetzlosen Leute samt ihnen verführt werdet und fallt aus eurem festen Stand.“ 2. Petrus 3, 14-17

Hier wissen wir, dass es gesetzlose Leute waren, die seine Schriften verdreht haben. Petrus sagt, dass Paulus alles richtig lehrt. Auch Paulus selbst sagt:

„Und wenn ich schon ungeschickt bin in der Rede, so bin ich´s doch nicht in der Erkenntnis; sondern in jeder Weise und vor allen haben wir sie bei euch kundgetan.“ 2. Korintherbrief 11,6

Paulus ist gelehrt, aber es fällt ihm schwer, das so auszudrücken, dass es keine Missverständnisse gibt.

Paulus beklagt sich, dass die Korinther es gerne und willig ertragen, dass die von sich eingenommenen Prediger sie ausbeuten und erniedrigen, schlecht behandeln. 2. Korintherbrief 11,20

Personenkult ist immer falsch!

„Sie sind Hebräer – ich auch! Sie sind Israeliten – ich auch! Sie sind Abrahams Kinder – ich auch!“ Vers 22

Er hat sein Jüdisch sein nie aufgegeben.

Und er nimmt soviel auf sich um das Evangelium zu verkünden. Weil für ihn ist es am Wichtigsten, ein Diener des Messias zu sein. So dürfen wir als messianische Juden nicht unser Jüdisch sein aufgeben, und zum anderen müssen wir bezeugen, dass wir dem Messias Jeshua dienen.

Kapitel 12

Man spürt dem Apostel ab, wie zögerlich er über dieses Ereignis spricht:

„Ich kenne einen Menschen, eins mit dem Messias, der vor vierzehn Jahren in den dritten Himmel entrückt wurde; ob er sich im Leib oder außerhalb des Leibes befand, weiß ich nicht; Gott weiß es.“ 2. Korinther 12, 2

Heute wird oft geprahlt mit Gaben und Erfahrungen. Dieser alte Apostel ist damit sehr zurückhaltend:

„Und wenn ich mich rühmen wollte, wäre ich nicht töricht; denn ich spräche die Wahrheit. Doch wegen der Außerordentlichkeit der Offenbarungen tue ich es nicht, damit niemand mehr von mir halte, als meine Worte oder Taten bestätigen.“ 2. Korinther 12,6

Unsere Worten und Taten sind wichtig! Wir können noch soviel Gaben und Erfahrungen haben. Das ist nebensächlich, wenn unsere Worte und Taten nicht das wiederspiegeln, was wir glauben und vor allem – den, an den wir glauben.

Paulus versucht ihnen zu sagen, dass sie doch verrückt sind, ihren Focus auf solches Angeben und Prahlen zu legen. Er kann und will mit solchen Leuten gar nicht mitmachen. Gleichzeitig versucht er seine Glaubwürdigkeit herauszustellen.

Und schreibt davon, dass er zu einem erneuten Besuch kommen möchte, sich aber auch davor fürchtet:

„Denn ich fürchte, dass ich komme und euch nicht auf dem Weg finde, auf dem ich mir euch wünsche, und auch, dass ich nicht auf dem Weg erfunden werde, auf dem ihr euch mich wünscht. Ich fürchte Streit und Eifersucht vorzufinden, Zorn und Rivalitäten, Verleumdung und Klatsch, Hochmut und Unordnung. “ 2. Korinther 12,20

Er fasst immer wieder zusammen und betont, dass er ehrlich ist und nur das Beste für die Geminde im Sinn hat, sie liebt, aber mit vielen Dingen dort nicht einverstanden ist und streng korrigieren muss, wenn er kommt und solche Dinge vorfindet.

Mir bricht es das Herz, wenn ich sehe, was heute in den Kirchen an Worten und Taten zu sehen ist, wo es aber keine Korrektur gibt. Wie soll auch korrigiert werden, wenn die Schrift kein Maßstab mehr ist, wenn man behauptet, dass die Schrift heute nicht mehr anwendbar und relevant ist? Wieviele Tränen würde der treue Apostel vergiessen, wenn er das heute sehen würde?

Kapitel 13

„Jede Klage muss durch das Zeugnis von zwei oder drei Zeugen bestätigt werden.“ 2. Korinther 13,1a

Das ist ein Zitat aus 5. Mose 19,15. Paulus schreibt hier also, dass die Torah gilt und er an sich an diese Prinzipien hält.

Auch für uns ein wichtiger Punkt: wenn angeblich das Gesetz aufgehoben ist, wo sind diese 2 oder 3 Zeugen, die das bestätigen???? Wo sind sie? Ich meine damit biblische Zeugen. Wo finden wir diese Idee in der Schrift? Nirgends. Und die Schrift sagt uns ganz klar, dass wir es nicht glauben sollen, wenn uns Jemand so etwas erzählt.

Gott selbst sagt, dass es diese Zeugen geben muss.

Es gibt aber hunderte biblische Zeugen vom Gegenteil, nämlich davon, dass Gottes Gesetz gut ist und heilig und ewig gilt.

Das Thema schauen wir uns bald noch genauer an, im Galaterbrief!

Ich bin gespannt auf euer Feedback, wie eure Gemeinden das sehen und ob ihr meiner Argumentation folgen könnt. Es ist nicht so einfach, das weiß ich.

Es hilft vielleicht den Bibeltext mitzulesen. Shalom und Segen euch allen im Namen unseres Herrn Jeshua HaMashiach!