Dein Reich komme, dein Wille geschehe!

Wie oft haben wir diese Worte schon gebetet?

Was haben wir uns darunter vorgestellt?

Im christlichen Glauben ist vieles sehr abstrakt. Die Liebe ist eigentlich klar definiert : „Das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten.“ 1.Johannes 5, 3

Aber sie wird im christlichen Kontext zu einem Gefühl, etwas Abstraktem, nicht mehr Greif- und Definierbarem.

So ist es auch mit dem Reich Gottes. Worum bitten wir denn da, wenn wir beten: „dein Reich komme“?

Erstaunlich, wie wenig wir uns darunter vorstellen können, obwohl doch unser Auftrag ganz klar ist:

„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit. “ Matthäus 6, 33

Oder der Auftrag Jeshuas an einen Nachfolger:

„Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! “ Lukas 9, 60

Was sollte der gute Mann denn verkündigen?

Die angebliche gute Botschaft, dass Jeshua stirbt, um uns vom Gesetz zu befreien, war ja noch nicht erfunden. Das geschah ja erst viele Jahrhunderte später. Und ist nicht einmal die Wahrheit! Was ist also die Botschaft vom Reich???

Wir müssen ganz klar schauen, was das erste Testament dazu sagt.

Und schon sehen wir, dass die Propheten voll davon sind, wie Gottes künftiges Reich aussehen wird.

Verse wie dieser sind allen gut bekannt :

„Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird.“ Jesaja 65, 17

Aber hier geht es noch weiter:

„Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich will Jerusalem zur Wonne machen und sein Volk zur Freude, und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk.“ Jesaja 65, 18

Das ist also Gottes Reich? Freude über Jerusalem und sein Volk! Trachten wir danach?? Wenn deine Gemeinde Israel nicht auf dem Herzen hat und sich nicht als Teil von Israel sieht, sind sie meilenweit vom Herzen Gottes entfernt.

Oder wie ist es hiermit:

„Ihr werdet am Ende doch sehen, was für einen Unterschied ist zwischen dem Gerechten und dem Gottlosen, zwischen dem, der Gott dient und dem, der ihm nicht dient.

Denn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen. Da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der kommende Tag wird sie anzünden., spricht der JHWH Zebaoth und er wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen.“ Maleachi 3, 18 und 19

Eine sehr interessante Stelle, die auch Paulus aufgreift. Schauen wir kurz in den Korintherbrief:

“ Einen anderen Grund kann niemand legen, als den, der gelegt ist, welcher ist Jeshua der Messias.

Wenn aber jemand auf diesen Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird’s klar machen, denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen.“ 1. Korinther 3, 11- 13

Wir sehen hier klar ein und dasselbe Ereignis einmal beschrieben von Maleachi und einmal von Paulus.

Interessant ist, wie Maleachi beschreibt, dass den Verächtern weder Zweig noch Wurzel bleiben. Das erinnert an ein anderes Bild von Paulus: den Ölbaum, in den wir uns einpfropfen lassen sollen um an der Wurzel teilzuhaben.

„So rühme dich nicht, gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich.“ Römer 11, 18

Es wird also an diesem Tag ans Licht kommen, dass sie gar nicht zum Ölbaum gehören.

Sie haben weder Zweig noch Wurzel.

Trachten wir danach, ist genau das elementarer Bestandteil der Verkündigung: dass wir eingepfropft sind und am Saft der Wurzel teilhaben.

Im zukünftigen Reich Gottes gibt es auch klare Vorstellungen über Recht und Unrecht und es gibt verbindliche Festtage.

„Und alle Übrigen unter allen Heiden, die gegen Jerusalem gezogen sind, werden jährlich herauskommen anzubeten den König, den JHWH Zebaoth, und zu halten das Laubhüttenfest. Welches Geschlecht auf Erden aber nicht heraufkomnen wird gen Jerusalem, anzubeten den König, den JHWH Zebaoth, über die wird es nicht regnen.“ Sacharja 14, 16-17

Das neue Reich enthält also Feste Gottes, die gefeiert werden sollen.

Es ist wirklich sehr interessant, wenn man sich damit beschäftigt, wie das Reich Gottes ist.

Ich finde heute beschäftigt man sich überhaupt nicht damit, die Alten sprachen früher wenigstens noch über die goldenen Gassen Jerusalems. Aber was ist das Wesen, was macht dieses Reich aus? Wie kommt man in dieses Reich hinein?

Zuerst das wichtigste: in dieses Reich hinein kommt man nur durch Jeshua/ Jesus.

Er ist die Tür. „Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.“ Johannes 10,9

Ebenso erklärt er es auch den Hohenpriestern und Ältesten:

„Habt ihr nie gelesen in der Schrift: „der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen und ist ein Wunder vor unseren Augen?

Darum sage ich euch: das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben, das seine Früchte bringt.“ Matthäus 21, 42- 43

Er erklärt ihnen, dass sie die Tür verschmäht haben und deshalb nicht in das Reich Gottes können.

Das Gericht wird jedoch auf folgender Basis stattfinden:

“ Die Erde ist entweiht von ihren Bewohnern; denn sie übertreten die Torah und ändern die Gebote und brechen den ewigen Bund.“ Jesaja 24,5

Nach diesen Versen kommt das Danklied der Erlösten und schließlich heißt es:

„Tut die Tore auf, dass hineingehe das gerechte Volk, das den Glauben bewahrt!“ Jesaja 26, 2

Jeshua sagt dazu:

„Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles Anstößige und die Gesetzlosigkeit verüben.“ Matthäus 13, 41

Hier sehen wir sehr, sehr schön, wie Glaube und Werke im neuen Reich zusammen gehören. Wer durch Jeshua in das Reich kommt und denkt, er kann tun, was er möchte, wird schnell eines besseren belehrt werden! Das Gericht wird auf der Basis der Torah stattfinden und wer Gesetzlosigkeit verübt wird aus diesem Reich auch entfernt werden.

Erstaunlich, wie altes und neues Testament zusammen passen und das Gleiche erzählen.

Auch Paulus schreibt dasselbe:

„Offenkundig sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hafer, Eifersucht, Zorn, Tank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen. Davon habe ich euch vorausgesagt und sage noch einmal voraus: die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben.“ Galater 5, 21

Danach beschreibt Paulus die Gaben des Geistes und dann folgt ein aufschlussreicher Satz:

„…gegen all dies ist das Gesetz (die Torah) nicht.“ Galater 5, 23b

Interessant! Die Dinge, die gegen die Torah verstoßen, verwehren uns also den Zugang zu Gottes Reich! Und das schreibt Paulus!

Jeshua sagte: „Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten kann; man wird auch nicht sagen: Siehe hier ist es! oder Da ist es!

Denn siehe das Reich Gottes ist in euch. “ Lukas 17, 20b – 21

Es ist in uns. Es soll in uns Gestalt gewinnen, indem wir nach den Gesetzen des Reiches leben. Indem wir danach trachten, was in diesem Reich gut und richtig ist.

Jeshua sagt: “ Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reiches. Das Unkraut sind die Kinder des Bösen.“ Matthäus 13, 38

Wir sollen uns als Kinder des Reiches erweisen. Als Botschafter leben und das Reich Gottes repräsentieren.

Paulus erklärt das so:

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge sondern Mitbürger der heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jeshua Hamashiach der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn.“ Epheser 2, 19- 21

Es ist so wichtig, dass der Grund stimmt. Nur so wird unser Haus haltbar und belastbar.

Darauf müssen wir achten, dass wir keiner Lehre glauben, die diesen Test nicht besteht.

Das Reich Gottes geht uns alle an und wir sollen es in uns mehr und mehr zur Ausprägung bringen! Welch wunderbare Aufgabe!

Natürlich beinhaltet das Reich Gottes noch viel mehr, als die paar Dinge, die wir hier besprochen haben. Es lohnt sich danach zu schauen, die Schrift – vor allem die Propheten- zu durchforsten.

Es ist ein großer Schatz, den wir da entdecken können!

Noch haben wir Zeit und die Schrift um Korrekturen vorzunehmen! Gott sei Dank! Möge sein Geist uns leiten und uns immer wieder Gnade und offene Herzen schenken!

Vergebung

In den letzten Wochen habe ich mich intensiv mit dem Thema ‚Vergebung‘ beschäftigt.

Eine mir nahestehende Person hat mir über die Jahre immer wieder Schmerz zugefügt.

Mir war schon lange bekannt, dass Vergebung ein wichtiges und zentrales Thema in der Nachfolge Yeshuas ist, so habe ich den Schmerz meist verdrängt und geleugnet. Weiterlesen